Bauzuschuss für Lernort auf ehemaligem badischen KZ-Areal Kislau

Stadtleben // Artikel vom 11.12.2019

Der Verein „Lernort Zivilcourage und Widerstand“ ist seinem Ziel, auf dem Areal des ehemaligen badischen Konzentrationslagers Kislau (Bad Schönborn) eine Lern- und Gedenkstätte zu errichten, einen Schritt näher gekommen.

Die Landtags-Fraktionen von Grünen, CDU, SPD und FDP haben sich jetzt darauf geeinigt, das Projekt im Doppelhaushalt 2020/21 des Landes zu unterstützen, allerdings fordern die Haushaltspolitiker eine Co-Finanzierung des Vorhabens der Region. Bereits 2016 hatte der Verein einen Architektenwettbewerb ausgelobt. Das erarbeitete Konzept sieht die Schaffung von Räumen vor, in denen Vermittlungsarbeit für Schulklassen und Gruppen erfolgen soll. Das angestrebte Bauprojekt soll nun mit einer Investition von bis zu 750.000 Euro bezuschusst werden. So lässt sich eine kurzfristig entworfene kleinere, abgespeckte Lösung realisieren.

Der Verein „Lernort Zivilcourage und Widerstand“ muss aber weiterhin Überzeugungsarbeit leisten. Seit dem Jahr 2017 wird der in Karlsruhe ansässige Verein LZW mit einem fixen jährlichen Betrag auch institutionell gefördert. Der Verein hatte ursprünglich ein Neubauprojekt für drei Millionen Euro konzipiert, anschließend dann aber eine etwas abgespeckte Variante für 1,5 Millionen Euro ins Spiel gebracht. Mit einem öffentlichen Aufruf hatten sich zuletzt auch eine Gruppe von Historikern sowie Gedenkstätten- und Museumsfachleute an die Fraktionen gewandt, um die Schaffung von Räumlichkeiten für den Lernort Kislau zu ermöglichen. Im ehemaligen Schloss Kislau befand sich von 1933 bis 1939 das einzige badische Konzentrationslager; seit 1948 ist in Kislau, das zu Bad Schönborn (Kreis Karlsruhe) gehört, eine Außenstelle der Justizvollzugsanstalt Bruchsal untergebracht. -sj

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