Corona-Lockdown & kein Ende: Wie sich die Menschen in Karlsruhe die Zeit vertreiben

Stadtleben // Artikel vom 17.02.2021

Kochen (Foto: Werner Heiber / pixabay.com)

Der Lockdown geht jetzt schon seit Monaten.

So langsam staut sich Frust auf. Alleinstehende, die tagsüber im Homeoffice sind und in der Freizeit nicht einmal auf einen Drink in die Bar gehen können, alleinlebende ältere Menschen, aber auch Menschen mit Familie, die nun jeden Tag von morgens bis abends aufeinander hocken – alle eint die Frage, wie man sich noch die Zeit zu Hause vertreiben kann. Bei den aktuellen Temperaturen ist für viele nicht einmal ein Spaziergang eine Option.

Die vergangenen Wochen und Monate waren schon schwierig

Mit dem ersten Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres konnten die meisten schon Erfahrungen damit sammeln, was es heißt, nicht rausgehen und sich amüsieren zu können. Netflix, Computerspiele, Handy-Spiele um echtes Geld im Mindesteinzahlung 5 Euro Casino oder selbst Kochen wurden zu den Lieblingsbeschäftigungen. So gesehen ging es Mitte November schon recht routiniert in den zweiten Lockdown. Dieser geht nun jedoch schon in den dritten Monat; gerade erst wurde beschlossen die Maßnahmen noch einmal um einen ganzen Monat zu verlängern. Jetzt ist vor allem Durchhaltevermögen gefragt, zumal Spaziergänge oder draußen Sport zu treiben bei den aktuellen Temperaturen kein Zuckerschlecken sind. So manch ein Karlsruher hat daher sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die freie Zeit zu Hause zu überbrücken.

Fernstudium

Nicht wenige Karlsruher haben sich in der Zwischenzeit zu einem Online Kurs oder sogar zu einem Fernstudium angemeldet. Der Gedanke dahinter ist, die gewonnene Zeit zu nutzen, um nach Corona auf der Karriereleiter aufzusteigen und vielleicht auch ein besseres Gehalt zu haben oder einfach nur bessere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Beliebte Kurse sind Fremdsprachen, Programmiersprachen, Web-Design, Fotografieren, Betriebswirtschaftslehre, Marketing oder auch Kunstgeschichte. Was viele jedoch nicht wissen: Auch mit einem Fernstudium haben die Teilnehmer ein Recht auf finanzielle Förderungen wie BAföG, Stipendien oder Studienkredite.

Neue Rezepte ausprobieren

Viele sehen sich danach wieder ein Restaurant zu besuchen. Das ist ab nicht absehbare Zeit jedoch nicht möglich. Jedoch: Chinesisch, Thailändisch oder Italienisch kann man auch zu Hause kochen. Selbst der eine oder andere, der bislang auf Lieferdienste und Fastfood gesetzt hat, beginnt mittlerweile damit, frische Zutaten zu kaufen und zu Hause selbst Gerichte zu kreieren. Frische Zutaten gibt es nach wie vor im Supermarkt oder auch bei speziellen Lieferdiensten, die sich darauf spezialisiert haben, genau die Zutaten zu liefern, die für ein bestimmtes Essen benötigt werden. Während des Kochens kann man zu passender Musik ein Gläschen Wein trinken. Für das Essen selbst sollte man sich darüber hinaus Zeit nehmen. Für eine schöne Atmosphäre wie im Restaurant kann der Tisch auch zu Hause dekoriert werden. Übrigens hat so manch ein Karlsruher während des Corona-Lockdows sein Essverhalten komplett geändert: Anstatt Tiefkühlkost legen immer mehr Menschen mehr Wert auf Bio-Lebensmittel, wenn sie gegen den Corona-Blues ankochen. Insgesamt wurden in den letzten Monaten ca. 25 Prozent mehr Bio-Lebensmittel gekauft. So manch einer verzichtet auch auf Fleisch und probiert sich in der veganen Kochkunst aus, weil er in der Pandemie bemerkt hat, dass es wichtig ist, auf seine Gesundheit zu achten, wozu auch gesundes Essen gehört. Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch sehr viele, die auf Lieferdienste setzen. Der Umsatz der Lieferdienste ist seit dem Ausbruch von Corona um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Das Zuhause neu einrichten

Es gibt Leute, die in der vielen Zeit zuhause den Entschluss gefasst haben, dass sich an der Einrichtung mal wieder etwas ändern muss. Da die Möbelhäuser jedoch geschlossen sind, ist Onlineshoppen angesagt. Auch hier stiegen die Umsätze seit November vergangenen Jahres mit Beginn der kalten Jahreszeit und dem Start des Lockdowns beträchtlich. Besonders gefragt sind Küchen- und Schlafzimmermöbel, Dekorationen und Leuchten. Das Gefühl auf neuen Stühlen in frisch umgestalteter Atmosphäre zu sitzen, ist psychologisch wie der Neuanfang – frei nach dem Motto, dass jetzt eine neue Zeit beginnt. Besondere Bedeutung beim Neueinrichten hat dabei die Lichtgestaltung. Mit dem passenden Licht kann sich die Stimmung schließlich ein ganzes Stück aufhellen.

Private Digitalisierung

Digitalisierung ist in aller Munde und wird nun in Deutschland ordentlich vorangetrieben. Das Schöne: Auch zu Hause lässt sich einiges digitalisieren. Während der Corona-Krise ist das Einrichten eines Smarthome quasi zum Trend geworden. Per Handy oder Sprachsteuerung wird der Fernseher und das Licht an und ausgemacht oder die Fensterläden heruntergelassen, das Auto vorgewärmt. Es gibt praktisch keine Grenzen, fast alle elektrischen Geräte lassen sich heute bereits in ein Smarthome einbinden. Der eine oder andere kauft sich auch gleich neue Geräte, um auch die Technik zu Hause auf dem Stand zu bringen. In einem digitalisierten Heimkino mit einem spannenden Film, vergisst man ganz schnell, dass derzeit Corona ist und sich um einen herum alles verändert hat.

Yoga, Hula-Hoop & Co.

Wer gesund und fit sein will, muss sich nicht nur gesund essen, sondern sich auch viel bewegen. Da die Fitness-Center geschlossen sind und es draußen viel zu kalt ist, ist Bewegung zu Hause angesagt. Wer keine Lust auf Zirkeltraining in der beengten Küche hat, kann es ja mal mit Yoga probieren. Geräte muss man sich hierfür nicht anschaffen. Es muss einfach ein passender Videokurs herausgesucht werden und schon kann es losgehen! Weitere beliebte sportliche Betätigungen zu Hause sind Hula-Hoop, Seilspringen und Boxtraining. Denn Boxtraining gehört mit zu den intensivsten Trainingsmethoden überhaupt. Es werden so gut wie alle Muskelgruppen angesprochen, der Körper auf Ausdauer getrimmt und auch die mentale Verfassung kann sich durch Boxtraining um einiges verbessern.

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