Das Videospiel als Konzertbühne

Stadtleben // Artikel vom 15.07.2021

Konzertbühne (Foto: Pexels)

Virtuell, interaktiv und grandios – anders könnte man die Konzerte, die heutzutage innerhalb von Videospielen abgehalten werden, kaum bezeichnen.

Wer hätte noch vor ein paar Jahren gedacht, auf was für vielfältige Weisen man inzwischen seinen Lieblingskünstler erleben kann. Sicherlich hätte niemand gedacht, dass sie einmal innerhalb von Videospielen live und virtuell auf der Bühne stehen würden. Doch genau das ist inzwischen der Fall und hat sich zu einem echten Trend entwickelt: In-Game-Konzerte. Warum auch nicht? Das vergangene Jahr hat uns schließlich gezeigt, dass wir für neue Arten von Events wie den Jazzclub-Livestreams, die die Musik in unsere Wohnzimmer bringen, offen sind. Mit den Konzerten in Videospielen wurde eine ganze neue virtuelle Bühne ins Leben gerufen, die mit grandiosen Shows, Interaktion und Millionen von Menschen zu beeindrucken weiß.

Videospiele, das allgemeine Kulturgut

Games sind allgegenwärtig. Es gibt sie in allen Farben, Formen und Genres, sodass sie für jeden Spielerwunsch etwas Passendes parat haben. So sind z.B. inzwischen Gesellschaftsspielklassiker digital spielbar. Ob man sich mit einem Spieler am anderen Ende der Welt im Schach misst oder gegen den Computer Backgammon spielt, der typische Spieleabend ist damit immer startbereit. Andere Klassiker wie Casinospiele haben inzwischen ebenfalls ihren Weg in die digitale Ebene gefunden. Inzwischen stehen im Netz so viele Online-Casinos mit ihrem Angebot an Casinospielen wie Spielautomaten und Tischspielen bereit, dass Spieler sich den großen Online-Casino-Test zurate ziehen, um den besten Anbieter, der von Experten bewertet wurde, zu finden. Damit sind alle Freunde der klassischen Games auch digital versorgt. Am anderen Ende des Spektrums sind dann die alteingesessenen Gamer, die sich in Online-Arenen bei detaillierten Grafiken und komplexen Gameplays mit der besten Strategie mit hunderten von Spielern aus aller Welt messen. Dass Games damit allein schon durch ihre schiere Vielfalt eine breite Masse an Menschen ansprechen, ist unverkennbar. Doch wer hätte gedacht, dass genau dort die Eventbranche ansetzen würde?

In-Game-Bühnen sind die neue virtuelle Event-Location

Genau das passiert allerdings gerade: Das beliebte Videospiel „Fortnite“, in dem es darum geht, als letzter Überlebender auf dem Schlachtfeld zu stehen, entwickelt sich immer mehr zur Event-Location. 2019 begann dieser Trend mit dem ersten großen Konzert innerhalb des Spiels. DJ Marshmello trat auf der virtuellen Bühne auf, was sich die Spieler mit ihren Spielfiguren live virtuell anschauen konnten. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen: Über zehn Millionen Spieler waren live beim virtuellen Konzert dabei. 2020 folgte Rapper Travis Scott in Marshmellos Fußstapfen und brachte ein psychedelisches Konzert auf die Bühne, von dem die Spieler noch lang träumten. Diesmal waren sogar über zwölf Millionen Spieler live dabei. Das Potenzial ist damit eindeutig riesig, sodass die Spieleentwickler von Epic Games sich gleich noch mehr ins Zeug legten und die „Party Island“ ins Leben riefen, auf der inzwischen regelmäßig Konzerte und auch andere Events stattfinden. Alles virtuell innerhalb des Games.

Spiel, Spaß, Interaktivität und ganz große Show

Was macht diese In-Game-Konzerte allerdings so besonders und warum kommen sie so gut an? Spiele haben schon seit jeher meist eine soziale Komponente: Man trifft sich z.B. zum Spieleabend, um gemeinsam Spiele zu spielen. Genauso trifft man sich inzwischen in der virtuellen Welt, um gemeinsam mit- oder gegeneinander zu spielen. Wenn man sich sowieso schon auf der digitalen Ebene trifft, warum dann nicht auch andere Dinge gemeinsam virtuell unternehmen? Diese Interaktion, die keine Ländergrenzen und Distanzen kennt, macht die Konzerte in Spielen so besonders. Man kann gemeinsam zu seiner Lieblingsmusik abtanzen und das Spektakel genießen, während man mit anderen Spielern aus aller Welt interagieren kann. Hinzu kommt ein riesiger Vorteil der digitalen Ebene: Man muss sich an keine physikalischen Gesetze oder Restriktionen halten. Zum einen wäre es in keiner echten Location jemals möglich, zwölf Millionen Zuschauer unterzubekommen. Zum anderen setzt die virtuelle Ebene der Kreativität keine Grenzen. Travis Scott ist z.B. als Riesen-Hologramm seiner selbst über die Tanzfläche geschwebt, während grandiose Lichteffekte eine galaktische Atmosphäre schufen. Im echten Leben wäre das auf diese Weise nicht umsetzbar.

In-Game-Konzerte sind etwas ganz Besonderes. Zwar gewinnen aktuell Livestream-Events an Fahrt, doch die Konzerte im Videospiel setzen dem auf einzigartige Weise etwas drauf. Das hohe Maß an Interaktion zwischen den Millionen von Spielern und die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten in der virtuellen Welt machen In-Game-Konzerte zu einem grandiosen Spektakel. Sicherlich wird dieser Trend sich noch weiterentwickeln und immer bessere virtuelle Konzerte großer Stars ins Leben rufen. Werden Games wie „Fortnite“ mit ihren virtuellen Bühnen schon bald auf dem Tourneekalender der Stars einen festen Platz haben?

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