Dem Musentempel droht der Verkauf

Stadtleben // Artikel vom 18.04.2007

Kunst im Widerstreit mit Kommerz - der Musentempel fürchtet um seinen Fortbestand, weil ein Privatinvestor Interesse an Bau II des Tempels gezeigt hat.

Martin Holder, Geschäftsführer des Kulturvereins Tempel ist besorgt: "Die aktuelle Situation des Mühlburger Musentempels ist höchst dramatisch." Anlass seiner Besorgnis ist das "unverständlich zögerliche Verhalten der Stadt Karlsruhe, Bau II der ehemaligen Seldeneckschen Brauerei zu erwerben".

Während Bau I Eigentum des Vereins ist, bestehe laut Holder für den benachbarten Bau II bei den jetzigen Eigentumsverhältnissen die Gefahr des Verfalls. Ein Nutzungs- und Sanierungskonzept des Kulturvereins fand bereits im vergangenen Jahr die einhellige Zustimmung aller Gemeinderatsfraktionen. Bürgermeister Ullrich Eidenmüller (FDP) bemühe sich deshalb seit gut einem Jahr um den Ankauf.

Dabei schien im Sommer 2006 schon alles klar: Die Erbengemeinschaft, die nicht mehr in das Gebäude investieren, sondern dieses verkaufen möchte, hatte sich mit der Stadt geeinigt. Auch die Parteien stimmten zu, Bau II zu erwerben und ihn erbbaurechtlich dem Kulturverein zu überlassen. Der Kulturausschuss der Stadt stimmte einstimmig für Erwerb und Sanierung des Komplexes. Dennoch scheiterte der Kauf, weil der damals zuständige Wirtschaftsdezernent Manfred Groh (CDU) die erforderlichen Mittel blockierte.

Nun hat ein Käufer Interesse gezeigt, das Objekt möglichst schnell zu erwerben. Holder befürchtet: "Kommt der Handel zu Stande, müssen die derzeitigen Mieter des Bau II, darunter auch der erfolgreiche Musentempel, voraussichtlich weichen." Denn der potenzielle Käufer, Betreiber mehrerer Immobilien-Portale, hat sich bislang noch nicht konkret zu seinem Nutzungskonzept geäußert.

Dabei sieht der Bebauungsplan ausschließlich eine kulturelle Nutzung vor. Genau aus diesem Grund möchte die Stadt selbst Bau II erwerben. "Ein Verlust des Bau II wäre nicht nur für den Musentempel schrecklich", so Holder, vielmehr könnte die Stadt die einmalige Chance verpassen, das denkmalgeschützte Ensemble zu erwerben und den Fortbestand des Kulturzentrums für die nächsten zehn bis 15 Jahre zu sichern." Jetzt sei Handeln von Seiten der Stadt gefragt, zumal sie ein Vorkaufsrecht auf das Hofgelände des Bau II hat.

Ein von der SPD-Fraktion gestellter Antrag auf Ankauf von Bau II fand breite Unterstützung im Gemeinderat, doch der anvisierte Kaufpreis von 350.000 Euro wird, so wird kolportiert, vom Privatinvestor um 100.00 Euro überboten. In der kommenden Woche sollen nun Beratungen von Finanz- und Wirtschaftsbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) und Fachdezernenten eine Lösung bringen.-del

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