Durlach-Art: Gegendarstellung der Ausstellungsmacher

Stadtleben // Artikel vom 05.10.2021

Pressebüro Durlach-Art (Foto: Roger Waltz)

Ende August bekam INKA ein Dossier mit 50 Seiten Screenshots aus dem Facebook-Account des „Durlach-Art“-Co-Organisators Samuel Degen.

Diesem wurde braunes Denken bis hin zum Rassismus vorgeworfen. Wir prüften die Sachverhalte und kamen zum Ergebnis, dass zwar jede Menge Bhakdi-Links, Verherrlichungen des Corona-Doktors und anderes Corona-Leugner-artiges geteilt wurde, aber keine offen rassistischen Inhalte. Wir nahmen daraufhin die Bannerwerbung zur „Durlach-Art“ nicht aus unserem Portal, veröffentlichten aber als offenen Brief einen Beitrag, in dem u.a. auf Absagen von Künstlern zur „Durlach-Art“ (von der Zettzwo-Produzentengalerie und dem Autismus-Zentrum Bruchsal) rekurriert wurde. Dieser offene Brief, der von INKA zuvor auf faktische Stichhaltigkeit geprüft wurde, war es wiederum dem dritten Co-Organisator der „Durlach-Art“ Peter Nordwig wert, uns eine Gegendarstellung zuzusenden, die wir unabhängig vom Wahrheitsgehalt online veröffentlichen mussten.

Gleichzeitig wurde die Gegendarstellung an die BNN durchgereicht. Diese machte daraus einen kritischen ersten Artikel. Im Abgang aber war der BNN-Text einer Kunstkritikerin zu finden, die offenbar auf einer anderen Veranstaltung war als wir. Sie schreibt, die braune Brühe, die die Veranstalter da im Vorfeld angerührt hatten, sei keinerlei Thema auf der „Durlach-Art“ gewesen. Sie war wohl tatsächlich auf einer anderen Veranstaltung. Es war sehr wohl überall Thema. Auch bei den Ausstellenden und in den Locations. Zwei Tage nach der Rezension, in dem die Bräunung auch der Kunstszene einfach weggeleugnet wurde, dann die Richtigstellung in den BNN. Helena „Elsa“ Winkler, die Partnerin von Samuel Degen, die beim Grünen Krebs ausstellen sollte und dort ausgeladen wurde, hatte die Autorin als Ausstellende ebendort ausgemacht. Ohne Hinweis auf deren AfD-Vergangenheit und -Nähe. Wer sich schwarzwaldbommelhutbehütet mit Weidel und Gauland Arm in Arm beim Landesparteitag in Karlsruhe ablichten lässt, muss jedenfalls schon eine gewisse Grundbegeisterung mitbringen. Ich hatte auch während des langen Sommers Gelegenheit, mit KünstlerInnen Kontakt zu haben, die wahlweise Stuttgarter Corona-Nazi-Gebrabbel von sich gaben, oder bei Unterhaltungen über Gamelan-Orchester plötzlich „Flüchtlinge, die herkommen und uns alle vergewaltigen“ einstreuten, dass dem Verfasser ganz blümerant wurde.

Das alles war live in Durlach bei der eigentlich sinngestützten und inspirierenden „Durlach-Art“ zu besichtigen. Der Ausstellungsraum mit Pressebüro der „Durlach-Art“ von Samuel Degen schräg gegenüber der Orgelfabrik war von vorbildlich gekleideter Security gesichert. Kurzes Gespräch und Diskussion mit Karlheinz Raviol, dritter Organisator und Pressewart des Trios, der zugab, das Thema, das im Vorfeld „hochgekocht“ wurde, unterschätzt zu haben. Auf meine Frage, wer so blöd war, mit einer Gegendarstellung und einem Durchstecken des Themas zur BNN dieses weiter geschürt zu haben und warum daran jemand überhaupt ein Interesse gehabt haben könnte, musste er passen: „Wir werden das am Stammtisch erörtern.“ Fakt ist: Es war Absicht von Gegendarstellungsinitiator Nordwig, Degen und Raviol, das Thema zur BNN weiterzuleiten. Offenbar fühlte man sich „im Recht“. Nordwig trat dann auch an Raviols Seite – just in dem Moment, als ich fragte, „wer denn so blöd sei, uns eine Gegendarstellung reinzudrücken und dann das Thema in diesem Zuge auch noch den BNN weiterzureichen?“ Der gute Mann regte sich fürchterlich auf, rückte ohne Maske heran und faselte, er sei vom Fach und habe beim SWR Nachrichten gemacht. Nun, nicht alle Corona-Leugner sind Nazis, sicher nicht. Wer aber bitte möchte mit diesen braunen Humusbrüdern in Durlach fürderhin zusammenarbeiten? Dieses Organisationsteam der „Durlach-Art“ ist keinem mehr zu vermitteln. -rowa

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