Fehlende Standards für Graue Energie

Stadtleben // Artikel vom 01.06.2022

Der Neubau gut gedämmter Gebäude setzt mehr CO2 frei als in 50 Jahren Nutzung entstehe, warnte Hartmut Weinrebe, der Geschäftsführer des BUND in der INKA-Mai-Ausgabe.

Allein durch die Bebauung im Oberen Säuterich und westlich der Erzberger Straße würden fast zehn Prozent der jährlichen CO2-Emissionen der gesamten Stadt Karlsruhe verbraucht. Verantwortlich dafür sei Graue Energie, also der Energieaufwand für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung während der Bauphase, der in den Bebauungsplänen nicht berücksichtigt wird. „Der Stadtverwaltung ist bewusst, dass eine Neubebauung immer mit erheblichen CO2-Emissionen einhergeht“, antwortete die Stadt nachträglich auf die INKA-Fragen. Es fehle allerdings an einheitlichen Standards, um eine klimafreundlichere Bauweise zu kontrollieren.

Die Emissionen grauer Energie seien zudem nur unter großen Aufwand zu ermitteln. So würden der Stadtverwaltung in der Regel Informationen fehlen, wie nachhaltig eingesetzte Baustoffe seien. Konkrete Vorgaben in Bezug auf Graue Energie seien für die Verwaltung daher nicht möglich, heißt es in der Stellungnahme. Nötig dafür seien geeignete Zertifizierungen und Standards für die beim Neubau eingesetzten Baustoffe. „Hier besteht dringender Nachholbedarf.“ -fk

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