Frühlingsgefühle im Elsass genießen

Stadtleben // Artikel vom 06.03.2020

Elsass (Foto: ©istock.com/JanJBrand)
Foto: ©istock.com/JanJBrand

Die Fastnacht ist überstanden und allmählich zeigt sich das erste Frühlingsgrün in Karlsruhe und der Umgebung.

Überall lugen Krokusse und Narzissen aus dem Erdboden. Wer wird da nicht von der Lust nach einem ersten Wochenendausflug gepackt? Als Topziel für Genießer und Naturfreunde empfiehlt sich das Elsass gleich hinter der Grenze.

Hagenau und die Vogesen

Kaum eine Stunde Fahrt von Karlsruhe entfernt wartet die ehemalige Reichsstadt Haguenau (auf Deutsch auch Hagenau geschrieben), die sich als Standort für Wanderungen in den nahen Vogesen empfiehlt. Zu ihren vielen Highlights gehören die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung und die Kirchen Saint Georges und Saint Nicolas. Das Museum der Stadt ist in einem prächtigen Neorenaissance-Bau untergebracht und erzählt auf drei Etagen die Geschichte von Haguenau von der Frühzeit bis heute. Ihm angeschlossen ist das Elsässische Museum (Musee Alsacien), das dem traditionellen Leben und der Volkskunst der Region gewidmet ist. Feinschmecker genießen exzellente französische Küche in den Restaurants Grains de Sel und Le Jardin.

Rund um die Stadt warten zahlreiche Wanderwege, auf denen sich das erste zarte Frühlingsgrün und die nun wieder wärmer scheinende Sonne genießen lassen. Fahrradfahrer und Mountainbiker kommen hier ebenfalls auf ihre Kosten. Berühmt ist die Region für ihre uralte Töpferkunst. In den beiden Dörfern Betschdorf und Soufflenheim sind heute noch alte Handwerksbetriebe anzufinden, die wunderschöne handgefertigte Töpferarbeiten anbieten. Wann, wenn nicht im Frühling, ist die richtige Zeit für neue attraktive Deko-Artikel, die frischen Wind ins eigene Haus bringen?

Tief im Haguenauer Wald verstecken sich verwunschene märchenhafte Orte wie die Gründel-Teiche, das Waschhaus vom Hundshof und die alte Holzkohlenbrennerei. Geschichtsfreunde stoßen in den Vogesen immer wieder auf Reste der Maginot-Linie, mit der sich Frankreich vor dem Erzfeind Deutschland schützen wollte. Besonders anschaulich ist das Fort Schoenenbourg bei Hunspach, das zum Museum umgestaltet wurde.

Ein Hauch von Las Vegas im Elsass

Der Kurort Niederbronn-les-Bains hat sich zum Mini-Las Vegas inmitten der Nordvogesen entwickelt. Dafür sorgte die französische Barrière Groupe, die im ganzen Land elegante Casinos betreibt, darunter das vielbesuchte Casino von Enghien-les-Bains am Stadtrand von Paris und in beliebten Badeorten wie Deauville in der Normandie, Biarritz an der Atlantikküste und Menton an der Côte d’Azur. Im Elsass ist die Kette unter anderem in Blotzheim nahe der Schweizer Grenze vertreten, wo das Casino vor allem Gäste aus dem nahen Basel anlockt. In Niederbronn wurde das alte Spielcasino in den vergangenen Jahren komplett renoviert und modernisiert. Hier genießen Gäste nun eine riesige Auswahl an klassischen Glücksspielen wie Roulette und Blackjack sowie vielfältige Spielautomaten für das kleine Spiel zwischendurch. Ein Restaurant und eine Bar sind ebenfalls vorhanden.

Zahlreiche Hotels bieten eine angeschlossene Wellnessabteilung mit Pool für entspannte Stunden zwischen Wanderungen in den Vogesen und dem Abend im Restaurant oder Casino, darunter das Hotel du Parc und das Hotel Muller. Einfach zauberhaft ist das Hotel Le Moulin im nahen Gundershoffen, das in einer alten Mühle eingerichtet wurde. Feinschmecker buchen die Auberge Du Cheval Blanc in Lembach mit ihrem preisgekrönten Gourmetrestaurant. Niederbronn und Haguenau sind jeweils nur eine kurze Fahrtzeit entfernt.

Geheimtipp Ribeauvillé

Etwas weiter ist die Fahrt von Karlsruhe nach Ribeauvillé zwischen Straßburg und Colmar. Doch es lohnt sich. Wie in der Pfalz taucht auch hier die Mandelblüte die Weinberge in ein Meer aus zartem Rosa und Pink. Wanderwege führen zwischen den Weinbergen zu den drei mächtigen Burgen der mittelalterlichen Herren von Ribeaupierre, während die zauberhaften Gassen des Ortes zum Bummel einladen. Weinliebhaber können sich geführten Touren anschließen, den Weinlehrpfad Les Perles du Vignoble erkunden und natürlich Weinkeller zur Verkostung besuchen, zum Beispiel das renommierte Weingut Bott Frères. Das Winzer- und Weinbau-Museum an der Route de Colmar sollte ebenfalls nicht fehlen.

Einen einzigartigen Hingucker bietet der nahe Ort Gertwiller: ein echtes Lebkuchenhaus! Allerdings ist es nicht zum Anbeißen geeignet. In seinen Mauern hat der Lebkuchenproduzent Lips ein kleines Museum eingerichtet. Kostenlose Lebkuchenprobe natürlich inbegriffen. Traumhafte Ausblicke bietet die auf einem Felsen gelegene Hohkönigsburg (Château de Haut-Koenigsburg), das perfekte Ziel für eine Wanderung. Allerdings geht es in der näheren Umgebung recht touristisch zu. Wer die Ruhe sucht, wandert ins kleine Dorf Lapoutroie: In der ehemaligen Postkutschenstation versteckt sich ein kleines unbedingt sehenswertes Schnapsmuseum.

Glückspielfreunde vergnügen sich im Barrière Casino der Stadt, dem ein modernes Luxushotel mit Spa und beheiztem Swimming Pool angeschlossen ist. Geschlemmt wird unter anderem im Restaurant Au Relais des Menetriers in idyllischer Lage in den Weinbergen, das für seine moderne elsässische Küche die Auszeichnung "Chefs de Cuisine Restaurateurs d’Alsace" erhielt. Berühmt für seine Flammkuchen ist das Restaurant Au Cheval Noir im Herzen von Ribeauville.

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 3 und 5?

WEITERE STADTLEBEN-ARTIKEL





Stadtleben // Tagestipp vom 05.08.2020

Das Karlsruher Digitalkunstwerk mit weltweiter Strahlkraft weicht wegen Corona in den virtuellen Raum aus.





Stadtleben // Tagestipp vom 18.07.2020

Bis zum Sommer ist es zwar noch was hin, aber ebenso wie die „Fest“-Tickets werden auch die online via reservix.de buchbaren Workshops der im „Vor-Fest“-Rahmen veranstalteten „India Summer Days“ immer früher nachgefragt.



Stadtleben // Tagestipp vom 18.06.2020

Aufgrund der dynamischen Verbreitung des Corona-Virus verlegt die Messe Karlsruhe das „New Housing – Tiny House Festival“ ins späte Frühjahr 2021.



Stadtleben // Tagestipp vom 06.06.2020

66 Konzerte mit 116 Solisten und Ensembles an 53 unterschiedlichen Spielstätten und verteilt auf fünf Landkreise waren für die 34. Spielzeit des Musikfestivals „Hohenloher Kultursommer“ geplant.



Stadtleben // Tagestipp vom 26.05.2020

Der Karlsruher Gemeinderat forderte in der öffentlichen Sitzung vom 26.5. einstimmig von Bund und Land einen Rettungsschirm für Kommunen.



Stadtleben // Tagestipp vom 23.05.2020

Mit einer Fahrraddemo demonstriert das Klimakollektiv Karlsruhe für eine ökologische und soziale Verkehrswende.





Stadtleben // Tagestipp vom 23.05.2020

Mit einem neuen Projektformat, das auch nach Aufhebung der Corona-Kontaktbeschränkungen Bestand haben soll, wird im Dörfle-Kunstraum Fledermaus Magie, mysteriöser Kraft und Macht sowie dem okkult mitschwingenden Etwas realer versus digitaler Live-Events nachgespürt.