Hat Karlsruhe „Griechenland“?

Stadtleben // Artikel vom 14.06.2016

Knapp 15 Prozent soll ausgerechnet die städtische Kultur (die dafür sorgt, dass Menschen überhaupt noch nach Karlsruhe kommen) zur Finanzierung des ersten Teils des Sparpaketes beitragen.

Ihr Anteil am städtischen Haushalt beträgt aber weit unter fünf Prozent. Wie kann man so doof bzw. leicht irre sein, ausgerechnet die auch in die Region ausstrahlenden Stärken Karlsruhes (seine große Kultur- und Museumslandschaft – wegen was außer zum Arbeiten sollte man denn auch sonst nach Karlsruhe kommen?) so zu strangulieren? Und dabei noch Fördergelder des Landes einfach in die Tonne treten?

Wie die Initiative „Für Karlsruhe“ berichtet, gibt es eine neue Studie zum Thema Region: Sie konstatiert, dass die Menschen aus der Region die Stadt wegen der Baustellen und der Verkehrslage meiden. Sehr neu. Es gibt ja angeblich einen Baustellenkoordinator. Aber wer hat sich denn bitte die monatelange parallele Mühlburger-Tor-U-Strab-Situation und Halbsperrung der Reinhold-Frank-Straße einfallen lassen? Die innerstädtischen Baustellen (Straße, Schiene, Leitungen usw.) sollen 2017 sogar wieder zunehmen. Das Stadtmarketing plant nun angeblich eine Imagekampagne, der KA-Tourismus auch: in Form eines Anzeigenkataloges für City und Region. Das wird helfen.

Karlsruhe lässt einfach sein Platzhirschgebaren nicht. Das Vorhaben, die Technologieregion unter Regie der Stadt neu aufzustellen, kommt kaum voran. Wir schließen uns daher der Forderung der „Spart’s euch“-Demo am Sa, 18.6. an: Keine Streichungen, die auch nur im Ansatz die Kultur und die Kreativförderung im Allgemeinen, das Soziale oder die Lebensqualität in Karlsruhe betreffen. Es ist jetzt gut! Karlsruhe ist keine neoliberale Stadt und war es nie. Es war mal eine der bestsituierten Städte des Landes und hat weit mehr als nur Technik und IT zu bieten. Sparen ohne Ende – ohne zu sagen, wofür und wo es exakt brennt, ist es strukturell bedingt oder handelt es sich um U-Strab-Folgekosten – das kann wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein. -rw

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Kommentar von Olaf Barheine |

So ist das, bei der Kultur wird immer zuerst gespart. Dabei leben wir derzeit in Deutschland in einer Phase der Hochkonjunktur. Da wird einem ja angst und bange, was erst geschieht, wenn die Steuergelder nicht mehr so üppig fließen. Kulturschaffende haben bei der Politik keine Lobby.

Kommentar von Tom |

Kann mich Olaf nur anschließen, wobei in den sozialen Bereichen ja ebenfalls versucht wird mit zu wenig und unterbezahltem Personal alles zu wuppen. Wo gehen die üppig fließenden Steurgelder denn hin? Mehr Transparenz bitte!

Bitte rechnen Sie 7 plus 4.

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