INKA intern August 2021

Stadtleben // Artikel vom 05.08.2021

Nachdem die nun drei Restart-Ausgaben mit den beiden neuen Formaten inhaltlich immer besser und sogar wirtschaftlich ganz okay anliefen, können wir immerhin etwas durchatmen.

Es gibt den ersten richtigen Urlaub seit März 2020. Der Verlag ist dennoch weiter quasi im „Privatinsolvenzvermeidungsmodus“. Statt Offset Rollenoffsetdruck, neues Büro, das Kernteam ist auf zwei Freie und zwei Festangestellte zusammengeschmolzen, hinzukommen unsere „Festen freien“ Redakteure Friedemann Dupelius und Florian Kaufmann. In unserem neuen Akquisebüro in der Weststadt lässt es sich in netter Gegend gut aushalten, Meetings werden ausgelagert. Allerdings sind die Unwägbarkeiten für den Herbst groß. Keiner kann abschätzen, wie es auch kulturell weitergeht. Schwierig wird es bleiben. Unsere Restrukturierungen gehen weiter. Wir bedanken uns bei allen, die uns kleinere und größere Spenden zukommen ließen!

Vor gut einem Jahr im Sommer gab’s ja schon mal einen großen Restart mit einer tollen „INKA Stadtmagazin“-Pocketausgabe und Super INKA. Das waren insgesamt 15 harte Monate und daher danke ich erst mal allen, die diese schwierige und anstrengende Zeit mitgegangen sind. Julia Heiß, Patrick Wurster und meiner Tochter Stella Braasch, Christina Lagler, Jenny Menhart sowie unseren Grafikern Sascha Fronczek und Christina Ravnikar. Und natürlich Susy Schafheutle und Susanne Saenger, die drei Ausgaben lang voll in die StadtBlatt-Gestaltung eintauchten. Ein großer Dank geht auch an unser Verteilerteam mit Florian Gand, Peter Höfele-Krupka, Marion Lichti, Elias Fauska, Leonie Becker und Matthias Fuchs. Mit einem Extratusch an Rad+Tat für den Support mit dem coolen E-Lastenbike.

Nun auch noch zu unserem Corona-Hilfsantrag, der am Drucklegungstag dieser Ausgabe im Gemeinderat auf der Tagesordnung stand: Der Antrag von Die Linke und KAL/Die Partei zielte nicht auf den Kulturhilfsfonds der Stadt. Leider hat das Kulturamt im Vorfeld aber eben dies vorausgesetzt und mit einem PDF der Verwaltung zum Tagungsordnungspunkt 29 „Coronahilfe für den INKA Verlag“ unterfüttert. Tenor: „Ihr seid super, aber wir können euch nicht helfen, weil ihr kein Kulturbetrieb seid.“ Ich habe daher am 22.7. noch mal die Fraktionen im Gemeinderat angeschrieben. Zitat: „Um den INKA Verlag wieder einigermaßen hinstellen zu können, benötigen wir ca. 50.000 Euro, die der Absicherung unserer festen Redakteursstelle dienen. Ohne diese ist weder unsere Text- und Infoqualität noch unsere vielen unentgeltlichen Textarbeiten für die Freie Kulturszene über die Jahrzehnte denkbar. Alles andere – und das passiert derzeit – ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Mit großen Ungewissheiten für den Herbst.

Wir sind wie bekannt mit dem Büro umgezogen in kleinere Räume, haben zwei neue Druckereien am Start und sind mit dem neuen INKA StadtBlatt auch inzidenz-/pandemie-unabhängig unterwegs durch die neue Haushaltszustellung in Karlsruhe, wo wir derzeit fast 10.000 Haushalte in verschiedenen Stadtteilen und Zustellbezirken direkt via Post mit Exemplaren versorgen." Das frustrierende Ergebnis der Gemeinderatssitzung vom 27.7. ließ lange auf sich warten: vertagt. Um kurz vor 21 Uhr verkündet Oberbürgermeister Mentrup, den unmittelbar anstehenden TOP 29 heute nicht mehr zu verhandeln und in die September-Sitzung zu verschieben. Merke: Demokratie ist, wenn eingezäunte Hundefreilauftestflächen (TOP 25) – über die sich ebenso bereits alle einig sind wie bei Punkt 28, der Verbesserung inklusiver Spielplatzangebote – vor akuter Corona-Nothilfe gehen.

Die Stadt hat mit dem Turnuswechsel zu wöchentlichen Beilagen der „Stadt Zeitung“ in der „Badischen Woche“ (BNN) bereits Anfang des Jahres massiv mit hohen Summen in den ohnehin einseitigen Pressecircuit der Stadt eingegriffen. Die fast nur mit PR, Eins-zu-eins-Pressemeldungen und Advertorials befüllte Hülle für lukrative Prospektmitnahmen wird so durch eine gewisse „Amtlichkeit“ unverhältnismäßig aufgewertet. Gleichzeitig haben die BNN die Berichterstattung über die Gemeinderatssitzungen eingeschränkt und auf sehr wenige Kernthemen verengt. Karlsruhe braucht aber nach meinem Dafürhalten dringend ein weiteres Kunst- und Kulturmedium neben den BNN, das Meinung und Diskurs mitbringt. -rowa

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 8 plus 8.

WEITERE STADTLEBEN-ARTIKEL