Künstlersozialkasse – Was ist das?

Stadtleben // Artikel vom 21.01.2017

Bereits 1981 wurde die Künstlersozialkasse vom Bund ins Leben gerufen, um professionelle und selbstständige Künstler den Zugang zu gesetzlichen Kranken-, Renten- und Pflegeversicherungen zu gewährleisten.

Dies war ein wichtiger Schritt in der Gesetzgebung, da diese Sozialkasse für die künstlerische Berufsgruppen endlich eine soziale Absicherung bedeutete.

Wer ist abgabepflichtig?

Während im Jahr 1992 nur rund 58.000 Personen selbstständig im künstlerischen oder publizistischen Bereich tätig waren, steigt die Zahl jährlich um ungefähr 6.000 weitere Berufstätige. Heute zählen rund 180.000 Künstler und Publizisten zu dieser Berufsgruppe. Dazu gehören u.a. Web-Designer, Online-Autoren, Trauerredner, Schauspieler, Journalisten, Fotografen und Texter.

Abgabepflichtig sind neben diesen Personengruppen laut des Künstlersozialversicherungsgesetzes (KSVG) alle Unternehmen, die den Absatz künstlerischer oder publizistischer Leistungen am Markt fördern und ermöglichen. Ebenso wie Unternehmen, die sich selbst oder eigene Produkte bewerben und ein Entgelt für diese Leistungen zahlen oder jene Leistungen nutzen, um Einnahmen zu generieren. Darunter zählen beispielsweise Verlage, Presseagenturen, Theater, Orchester und Chöre, Veranstalter für Tourneen, Künstleragenturen, Künstlermanager, Rundfunk und Fernsehen, Galerien und Kunsthändler, Museen, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für Dritte sowie Aus- und Fortbildungseinrichtungen für künstlerische und publizistische Tätigkeiten.

Diese Unternehmen sind dazu verpflichtet, die Abgaben zu leisten. Leider kommt es noch immer sehr häufig vor, dass sich Betriebe versuchen darum zu drücken, indem sie falsche oder unzureichende Rechnungen ausstellen. Das war auch der Grund, weshalb der Abgabesatz vor einigen Jahren erhöht wurde: sehr zum Leidwesen jener Unternehmen, die ihre Rechnungs- und Auftragsbearbeitung vollständig und fehlerfrei ausführten, wie es eine Rechnungssoftware wie diese möglich macht. Denn mit diesem Softwareprogramm lassen sich Aufträge übersichtlich verwalten und Rechnungen online schreiben, sodass es auch bei Rechnungen für Freiberufler keine Probleme geben sollte.

Was versteht man unter der Künstlersozialklasse?

Bei der Künstlersozialklasse handelt es sich, ganz einfach gesagt, um einen Geschäftsbereich der Unfallversicherung Bund und Bahn. Sie sorgt für die Durchführung des Künstlersozialversicherungsgesetzes und gewährleistet selbstständigen Künstlern und Publizisten einen ähnlichen Schutz bei der Sozialversicherung wie normalen Arbeitnehmern. Sie selbst ist kein Leistungsträger, sondern koordiniert die Beitragsabführung für ihre Mitglieder zur Renten-, Pflege und Krankenversicherung. Diese kann von den Mitgliedern frei gewählt werden.

Der Monatsbeitrag ist von der Höhe des Arbeitseinkommens abhängig und setzt sich wie folgt zusammen: 50 Prozent zahlt der selbstständige Künstler bzw. Publizist, 20 Prozent der Bund und 30 Prozent das Unternehmen, welches den Selbstständigen beauftragt hat. Es gibt jedoch eine Geringfügigkeitsgrenze bei der KSK. Wer weniger als 3.900 Euro pro Jahr verdient, darf die KSK nicht nutzen. Ausgenommen sind Berufsanfänger, da damit gerechnet wird, dass diese noch kein hohes Einkommen generieren. Die Künstlersozialkasse prüft demnach, ob Künstler (Musik, darstellende und bildende Kunst, Design) und Publizisten die Versicherung auch in Anspruch nehmen dürfen. Die zweite Aufgabe ist das Einziehen der Beiträge und die Vermittlung zwischen den Kassen und den Mitgliedern.

Aktuelle Entwicklungen (Stand Dezember 2016)

Im Juni 2016 kam Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft zusammen, um über Probleme und Themen der Künstlersozialversicherung zu sprechen. Man war sich einig, dass die KSV das Fundament der sozialen Absicherung darstelle und das im Rahmen der Digitalisierung eine Nachjustierung vonnöten sei. Man entschied sich daher zu einer Absenkung der Sozialabgabe von 5,2 Prozent auf 4,8 Prozent. Man erhoffe sich dadurch auch eine größere Akzeptanz gegenüber der KSV.

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