Kulturhaus@Passagehof?

Stadtleben // Artikel vom 12.09.2018

Aller Anstrengung zum Trotz kam das 1957 eröffnete Traditionskino Kurbel nach der Insolvenz des privatwirtschaftlichen Betriebs 2010 nicht mehr in Schwung.

Jetzt ist auch der Genossenschafts-Nachfolger am Ende: Den allerorten feststellbaren Kinobesucherrückgang im ersten Halbjahr hat auch die Kurbel mit zwölf Prozent zu spüren bekommen und den Spielbetrieb zum 2.8. einstellen müssen. Das bringt den Hauptmieter des historischen Lichtspielhauses erneut in die Bredouille: Nachdem die Karlsruher Kinemathek in der Vergangenheit erfolgreich Mietrückstände und unbezahlte Betriebskosten einklagen musste, werden sich die Zahlungsausfälle nach der erneuten Kurbel-Insolvenz von Juli bis Jahresende auf rund 35.000 Euro belaufen. Denn die Säle 1, 2 und 3 stehen zwar theoretisch ab Mitte September leer, aber wer soll sie in ihrer jetzigen Form nutzen?

Für die Wunschlösung der Kinemathek, mit neuem Hauptpartner ein Kulturhaus im Passagehof zu etablieren, ist allerdings politischer Wille nötig. Und Geld. Denn für ein solches Unterfangen wären einerseits Umbauten erforderlich; andererseits müssten wohl auch weitere Fördermittel in die Hand genommen werden, sollte beispielsweise die von uns schon lange favorisierte „Give The Groove A Roof“-Lösung spruchreif werden. Denn der seit 2015 heimatlose Karlsruher Jazzclub könnte sich diese Spielstätte mit den momentanen institutionellen Zuwendungen definitiv nicht leisten.

Mit ihm als zweiter Hauptattraktion wäre aber eine Win-win-win-win-Situation geschaffen, von der das kommunale Kino, die hiesige Institution in Sachen Live-Jazz und zur optimalen Auslastung der Räume weitere Kulturvereine wie Déjà Vu als Träger des „Stummfilm-Festivals“ oder Panorama (P8) profitieren könnten – und der Passagehof selbst als neues kulturelles Flaggschiff der Musik und Filmkunst inmitten der City. Damit ergäben sich dann endlich auch jene Synergieeffekte, die mit der Kurbel lange Zeit nicht möglich waren. -pat

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