Kurstadt Baden-Baden – ein Ausflugsziel mit Charme

Stadtleben // Artikel vom 03.06.2020

Foto: A. Savin (Author), Creative Commons (Licence), commons.wikimedia.org/wiki/File:Baden-Baden_10-2015_img05_View_from_Merkur.jpg

Der Name ist für viele fast schon ein Zauberwort.

Baden-Baden steht für Erholung, Wellness und Eleganz. Der moderne Ort blickt auf eine lange Geschichte zurück und das zeigt sich deutlich im prächtigen Stadtbild. Zugleich hat die Kurstadt genügend Finanzen zur Verfügung, um die beeindruckende Kulisse im schönsten Glanz zu präsentieren. Alles in allem ein Urlaubsort, der den Alltag schnell vergessen lässt.

Schon aus der Mittelsteinzeit gibt es erste Besiedelungsspuren dort, wo sich heute die Stadt Baden-Baden befindet. Doch die eigentliche Karriere des mondänen Kurorts startete gegen Ende des 18. Jahrhunderts, als die damalige High Society Europas diese besondere Stadt für sich entdeckte. In Paris weilte man während der kalten Jahreszeit, in Baden-Baden während der warmen Sommermonate. Luxushotels entstanden, das Kurhaus wurde errichtet und der Besucherstrom riss kaum jemals ab. Schon seit 1858 finden die berühmt-berüchtigten internationalen Pferderennen auf dem historischen Parcours statt, die Anbindung ans Eisenbahnnetz erfolgte sehr frühzeitig im Jahr 1844. Seitdem gab es zahlreiche Höhen und Tiefen, doch zwei Dinge blieben immer gleich: der besondere Charme dieses viel geliebten Erholungsortes – und die herrliche Natur mit ihren vielseitigen Ausflugszielen. Durch die grünen Hügel der Umgebung ziehen sich zahlreiche Wanderwege und das Baden-Badener Rebland begeistert nicht nur ausgesprochene Weinfreunde. Eine Fahrt zum Naturschutzgebiet Blattert lohnt sich für alle, die raue Porphyr-Felsen und atemberaubende Aussichten mögen. Sportkletterer finden ein kleines Eldorado vor, mit zahlreichen Möglichkeiten, ihrem spannenden Hobby zu frönen.

Baden-Baden ist eine alte Stadt mit lebendigem Esprit, facettenreich und anspruchsvoll. Die zwölf heißen Quellen sorgen dafür, dass das Thermalwasser ebenso lebendig sprudelt wie die Einnahmen der Stadtkasse. Entsprechend gepflegt kommt das Stadtbild daher, nicht nur die geschichtsträchtige Innenstadt, sondern auch die schicken Restaurants und Hotels, die anspruchsvollen Besuchern sämtlichen modernen Komfort bieten. Die Spielbank Baden-Baden positioniert sich als Highlight der Stadt. Sie befindet sich im klassischen Kurhaus in prächtigen Räumlichkeiten, die an die französische Schlossarchitektur des prunkvollen 17. und 18. Jahrhunderts erinnern. Durch dieses besondere Flair versucht die Spielbank konkurrenzfähig gegenüber den weitverbreiteten Online Casinos ohne Anmeldung zu bleiben. Neben den üblichen bunt blinkenden Slot Machines befindet sich auch das elegante große Spiel im Angebot. Doch das Kurhaus ist nicht nur aufgrund der Spielbank die beliebteste Location dieser Stadt, obwohl diese beiden bereits seit über 150 Jahren miteinander verbunden sind.

Das weiße Gebäude begrenzt den farbenfrohen Kurgarten in Richtung Westen. Die klassizistische Fassade besteht aus einem säulengeschmückten Mittelteil und zwei Flügeln; sie strahlt eine ruhige Ästhetik aus. Der mittlere Abschnitt ist der älteste von den dreien, er entstand in den Jahren 1821 bis 1823. Hinter den korinthischen Säulen mit ihren typische Akanthusblatt-Kapitellen liegt der sogenannte Weinbrennersaal. In alter Zeit diente dieser Raum mit seinen glitzernden Kristallleuchten als Conversationshaus für feine Herrschaften. Die damaligen Besucher liebten es, das Würfelspiel Hazard in dieser prunkvollen Atmosphäre zu spielen. Heute finden hier Konzerte und andere Veranstaltungen mit gehobenem Niveau statt, so, wie es sich für diese besondere Örtlichkeit gehört. Nicht nur hier geht es den Besuchern um Entspannung und Entschleunigung, sondern es handelt sich um einen allgemeinen Trend, der auch andere Städte und Regionen erfasst hat.

Der linke Seitenflügel folgte sehr viel später, nämlich in den Jahren 1912 bis ’17. Dem damaligen Oberbaurat August Stürzenacker lag viel an einem prunkvollen Eingangsbereich, aber auch daran, dass alle anderen Räumlichkeiten eine ähnlich beeindruckende Wirkung entfalteten. Schon allein die Treppe, die ins erste Obergeschoss führt, lässt manchen Gast erstaunen. Werfen wir gemeinsam einen Blick hinüber zum rechten Seitenflügel, der zwischen 1853 und 1854, also mehr als ein halbes Jahrhundert früher, entstand. Er beherbergt die bereits erwähnte Spielbank sowie den Weißen Saal, dessen Interieur den Stil von Louis XVI. aufgreift. Der Rote Saal hingegen orientiert sich am Schloss von Versailles, ein Prunkbau, der im 19. Jahrhundert international für Furore sorgte. Doch damit nicht genug: Ergänzt wird das schmucke Quartett von dem Gelben Saal, auch Salon Pompadour genannt, und dem Grünen Saal, der die Wappen aller damaligen badischen Städte zeigt. Im Kurhaus fanden bereits bedeutenden Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel die Schachpartie zwischen Alexander Aljechin und Efim Bogoljubow im Frühjahr 1934: ein harter mentaler Kampf um die Weltmeisterschaft. 2009 trafen sich im Kurhaus die Staats- und Regierungschefs der NATO-Mitglieder, um das 60. Bestehen ihrer Organisation mit einem Gipfeltreffen zu zelebrieren. Seit 1976 findet im Kurgarten regelmäßig ein internationales Oldtimertreffen statt, das regen Zulauf erfährt – und vor Weihnachten eröffnet der romantische Christkindelmarkt seine Pforten. Das ganze Jahr über ist so für Unterhaltung gesorgt, manchmal sogar auf spektakuläre Weise.

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