Mahnwache für Gärten und Denkmalschutz in der Siedlung „Wohnen am Fasanengarten“

Stadtleben // Artikel vom 11.12.2018

Die Interessensgemeinschaft „Hilfe für denkmalgeschützte Gärten Karlsruhe, Oststadt“ findet sich vor dem Rathaus zu einer Mahnwache ein, wenn dem Gemeinderat der Beschluss zum Vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Wohnen am Fasanengarten westlich der Parkstraße, Karlsruhe – Oststadt“ vorgelegt wird.

Schweigend wollen Bürger aus ganz Karlsruhe damit gegen die Baupolitik protestieren. Sie wehren sich dagegen, dass das Stadtklima durch das massive Versiegeln weiterer Grünflächen verschlechtert, der Klimawandel forciert und die Stadt ihren eigenen Zielen als Grüne Stadt nicht gerecht wird. Im konkreten Fall des von der Hardtwaldsiedlung Karlsruhe betriebenen Bauprojekts „Wohnen am Fasanengarten“ fürchten die Bürger, dass die Lebensqualität durch massive Nachverdichtung zunichte gemacht wird. Zahlreiche seltene und zum Teil geschützte Tier- und Pflanzenarten, die sich in den weitläufigen Gärten der 1921 als Gartenstadt gebauten Wohnanlage inzwischen angesiedelt haben, sind bedroht.

Seit mehreren Jahren schon versucht die Hardtwaldsiedlung, die Gärten zu entmieten oder zu räumen. „Nachbarn sind in diesem Sommer bedroht und genötigt worden, ihre Gärten aufzugeben“, so Andrea König, die Initiatorin der Mahnwache. Es solle der Eindruck entstehen, die Gärten würden nicht mehr gepflegt und genutzt. „Dem wiedersprechen wir aufs Heftigste“, so Jasmin Barany im Namen der Anwohner. „Wir pflegen und schützen unsere Gärten und leisten damit einen aktiven Beitrag für eine gesunde Lebensumgebung.“ Außerdem bedrohen die Nachverdichtungs-Pläne des Projekts eine denkmalgeschützte Gartenstadtanlage, die in ihrer Gesamtheit als Ensemble nach §2 DSchG unter Schutz steht. Sie ist eine historisch bedeutende Wohnanlage mit sozialem und ökologischem Mehrwert, deren Schutz einfach mit der Entscheidung zur Zerstörung durch Nachverdichtung ausgehebelt wird.

„Noch im April antwortete mir eine Denkmalschutz-Expertin beim Stadtbauforum „Sanierung im Denkmalschutz“ öffentlich, dass der Denkmalschutz hier ihrer Meinung nach zu Unrecht aufgegeben worden sei“, betont König. Die Wohnanlage in der Karlsruher Oststadt ist nach dem Vorbild einer „Gartenstadt“ angelegt, die als Sachgesamtheit von Wohngebäuden und Einfriedungsmauern, Vorgärten, Kleingartenanlagen im Inneren des Baublocks sowie den dortigen historischen Garagengebäude unter Denkmalschutz steht. Im geplanten Projekt der Nachverdichtung "Wohnen am Fasanengarten" sieht die Interessengemeinschaft ein weiteres unrühmliches Beispiel für radikale Baupolitik auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger, das Natur- und Denkmalschutz missachtet, und macht mit ihrer Mahnwache öffentlich darauf aufmerksam. -ps

Da der Beschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Wohnen am Fasasnengarten“ dem Gemeinderat nicht vorgelegt wird (TOP 10 ist gestrichen), verschiebt sich die Mahnwache.

Di, 11.12.,, 15.30 Uhr, Marktplatz, Karlsruhe !!!verschoben!!!

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