Markgräfin Karoline Luise: Auf den Spuren von Kunst und Wissenschaft

Stadtleben // Artikel vom 02.08.2018

Schloss Karlsruhe

Karlsruhe ist bekannt für seine aktive Kunst- und Kulturszene, die von wechselnden Ausstellungen bis hin zu der Veranstaltung von renommierten Preisverleihungen wie dem „Hermann-Hesse-Literaturpreis“ reichen.

Erst im Februar 2018 fand in der Karlsruher Messe die „art“ statt, auf der zahlreiche Kunstwerke aus dem 20. und 21. Jahrhundert drei Tage lang dem Publikum präsentiert wurden. Auch der Ruf der Stadt bezüglich der Wissenschaft ist nicht gering zu schätzen. So ist die Universität Karlsruher Institut für Technologie das größte Forschungszentrum auf deutschem Boden. Dies alles ist jedoch kein Zufall. Kurz nach der Gründung von Karlsruhe hat eine wissbegierige und vielfältige Frau durch Eigeninitiative beträchtlich zum kulturellen Aufblühen der Stadt beigetragen. Nun machen wir eine kleine Zeitreise und werfen einen Blick in das Karlsruhe des 18. Jahrhunderts sowie in das ambitionierte Leben der Markgräfin Karoline Luise von Baden.

Gründung von Karlsruhe

Karlsruhe ist im Vergleich zu anderen deutschen Städten eine relativ junge Stadt, die erst im 18. Jahrhundert von Karl Wilhelm, dem Markgrafen von Baden-Durlach, gegründet wurde. Auch wenn die Beweggründe unbekannt sind, entschied sich Karl Wilhelm Durlach zu verlassen und eine neue Residenz zu gründen. Diesbezüglich veranlasste er den Bau eines Schlosses, in dem sich heute das Badische Landesmuseum und ein Teil des Bundesverfassungsgerichts befinden. Um die Bevölkerung anzulocken, versprach der Markgraf Privilegien, sodass wenige Jahre später die Einwohnerzahl die Tausendermarke überschritt. Unter der Herrschaft seines Enkels Karl Friedrich von Baden und dessen Frau Karoline Luise sollte die Stadt in den folgenden Jahren ihren kulturellen Höhepunkt erreichen.

Kulturelles Aufblühen von Karlsruhe

Karl Friedrich ist ein Paradebeispiel eines Herrschers, der absolutistische Herrschaftsmethoden mit den Ansichten der Aufklärung miteinander verband. Er förderte Wissenschaft und Kunst sowie Bürokratisierung und Rechtsprechung. Aufgrund der kurzen Vergangenheit der Stadt war es einfach Reformen und Veränderungen durchzusetzen. Seine Frau Karoline Luise spielte dabei eine führende Rolle. Mit großen Bemühungen der Markgräfin verwandelte sich der Hof zum Austauschplatz für kreative Ideen und Wissen. Dabei konnte man regelmäßig auf bekannte Gesichter des 18. Jahrhunderts treffen, die den Ruf der Residenz, als eines der wichtigsten geistigen und künstlerischen Zentren in Europa, über deutsche Grenzen hinaus verbreiteten.

Karoline Luise selbst war eine sehr gebildete und talentierte Frau, die mehrere Sprachen beherrschte, Kunstwerke schuf und sich aktiv mit Naturwissenschaften beschäftigte. So ist es kaum verwunderlich, dass sie neben einem Atelier auch ein Laboratorium im Karlsruher Schloss einrichten ließ. Des Weiteren führte sie Korrespondenz mit mehr als 750 Persönlichkeiten ihrer Zeit. Darunter waren Namen wie Johann Wolfgang von Goethe zu finden, der bereits damals als Denker respektiert und für seine Werke hochgelobt wurde. Die Gräfin wusste das Wissen und den Erfolg des Dichters für den Vorteil des Hofes einzusetzen. Sie führte auch Briefwechsel mit Voltaire, dem Philosoph zur Zeit der französischen Aufklärung, der persönlich Spiele, Kunst und anderer Formen von Entertainment sehr schätzte und die künstlerische sowie wissenschaftliche Blüte der Stadt mit lobenden Worten anerkannte.

Spuren der Markgräfin heute

Karoline Luise ist auch eine nennenswerte Persönlichkeit hinsichtlich der Kunstsammlungen, die sich heute in Karlsruhe befinden. Sie setzte den fruchtbarsten Akzent in der Sammlungsgeschichte, indem sie den Einkauf von über 200 Gemälden initiierte. Dabei war ihre Interesse breitgefächert. Sie schätzte den niederländischen Naturalismus ebenso wie die verspielten Elemente des Rokoko. Zudem hat sie auch bei der Entstehung des Naturkundemuseums von Karlsruhe mitgewirkt. Auf ihre Initiative wurde das Naturalienkabinett gegründet, dessen Sammlungen heute immer noch im Museum zu besichtigen sind.

Neben ihren konkreten Hinterlassenschaften hat die Markgräfin Karoline Luise dazu verholfen, dass Wissenschaft und Kunst in Karlsruhe Wurzeln schlagen und ein wichtiger Bestandteil des Stadtlebens werden konnten. Die junge Vergangenheit der Stadt unterstützte auch die Realisierung der kulturellen Projekte, die bis heute gefördert werden, sodass die Atmosphäre von Karlsruhe über die Jahre hinweg diesbezüglich nur wenigen Veränderungen unterworfen wurde.

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