Müllentsorgung in Karlsruhe: Ein kompliziertes Thema

Stadtleben // Artikel vom 16.01.2019

Wohin mit leeren Joghurtbechern, schmutzigen Windeln und vertrockneten Druckerpatronen?

Das deutsche Mülltrennungs- und Recycling-System ist nicht gerade übersichtlich. Rund um das Thema kursieren viele Irrtümer - nicht zuletzt, weil es insbesondere bei der Wertstoffentsorgung bundesweit kein einheitliches System gibt und sich viele Bürger nur unzureichend informieren. Die Folge ist eine hohe Fehlerquote bei der Müllentsorgung. Dadurch können weniger Wertstoffe recycelt werden, mehr Müll wird verbrannt und es entstehen zusätzliche Kosten für die nachträgliche Umsortierung. Auch in der Fächerstadt ist Mülltrennung ein brisantes Thema, vor allem bei der Frage, wie der Plastikmüll aus Karlsruhe entsorgt wird.

Bildrechte: Flickr Recycle Daniele Dalledonne CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Da die Stadt keine eigene Müllverbrennungsanlage besitzt, werden verschiedene Abfälle in nahe gelegene Anlagen transportiert. Plastikabfälle kommen ins Zementwerk nach Wösslingen. In welchen Mengen und unter welchen Umständen der Plastikmüll aus Karlsruhe verbrannt wird - ob beispielsweise ein gutes Filtersystem eingesetzt wird - ist unbekannt. Der scheidende Umweltbürgermeister Klaus Stapf erhofft sich jedenfalls, dass mit dem neuen Verpackungsgesetz, das seit Jahresanfang gilt und erhöhte Recyclingquoten festschreibt, weniger Müll verbrannt wird. Schon das Entstehen von Abfällen nach Möglichkeit zu vermeiden, wäre jedoch die wohl wichtigste Maßnahme, die jeder Bürger der Umwelt zuliebe selbst ergreifen kann.

Windeln und Druckerpatronen im Hausmüll

Ein weiteres Problem ist die hohe Fehlerquote bei der Mülltrennung in den Privathaushalten. Gerade im Plastikmüll landet sehr häufig, was dort nicht hingehört. Verschmutzte Windeln beispielsweise, die eigentlich ein Fall für den Restmüll sind, kontaminieren die Wertstofftonne und können den Tonneninhalt unverwertbar machen. Problematisch ist auch der Umgang mit verbrauchten Druckerpatronen, die zu 90 Prozent im Hausmüll landen. HP-Druckerpatronen und -Toner beispielsweise sind online schnell gekauft, das Entsorgen im Hausmüll ist aus ökologischer Sicht jedoch problematisch - und sogar illegal. Händler und Hersteller sind nach dem Elektro- und Kreislaufwirtschaftsgesetz grundsätzlich zur Rücknahme verpflichtet. Hewlett Packard richtete sogar bereits 1997 ein Recycling-Programm ein, über das Verbraucher ihre leeren HP-Druckerpatronen entsorgen können. Außerdem ist es darüber möglich, Computer-Hardware verschiedener Marken abzugeben, die dem Wertstoffkreislauf wieder zugeführt werden.

Biokunststoffbeutel im Biomüll

Einer der größten Irrtümer bei der Müllentsorgung sind kompostierbare Biokunststoffbeutel. Verbraucher meinen es zwar oft gut, wenn sie ihren Restmüll darin entsorgen. Doch viele wissen nicht, dass auch Biokunststoff den Verarbeitungsprozess der Abfälle in der Vergärungsanlage stört. Abbaubare Kunststofftüten verrotten nämlich viel länger als normaler Biomüll und mindern daher die Kompostqualität. Die Tüten müssen unter großem Aufwand entfernt werden, damit der restliche Müll verwertet werden kann. Den privaten und kommunalen Abfallunternehmen entstehen dadurch höhere Kosten. Deshalb dürfen die kompostierbaren Biokunststoffbeutel in Karlsruhe nicht verwendet werden. Als Alternative empfiehlt das Amt für Abfallwirtschaft (AfA) das Einwickeln der Bioabfälle in Zeitungspapier oder Papiertüten. Das AfA in der Ottostr. 21 verkauft außerdem kleine Kunststoffbehälter, mit denen man den Bioabfall in der Küche sammeln kann.

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