Old McDonald Had A Farm: Wenn Menschenmassen Farmer werden

Stadtleben // Artikel vom 30.11.2015

Die Spielekultur stirbt nicht aus.

Zwar schreitet sie technisch massiv voran, aber alte Konsolen und Videospielautomaten sind deshalb keineswegs passé. In Karlsruhe jedenfalls landen sie beim Verein Retrogames in Museumsausstellungen und sind fortan ein Stück Geschichte über das Freizeitverhalten der Deutschen. Und das tendiert seit Jahren Richtung Bildschirm: 42 Prozent der Deutschen sind Gamer, wobei das Smartphone eine immer beliebtere Spieleplattform wird. Im Jahr 2014 waren es nur knapp ein Drittel aller Bundesbürger. Vor allem Jugendliche zocken, am Wochenende im Durchschnitt 167 Minuten. Im vorangegangenen Jahr waren es noch knapp 124 Minuten. Neben sogenannten MMOs (Massen-Mehrspieler-Online-Games) sind ideenreiche Bauernhofspiele seit Jahren bei Spielern aus allen Altersklassen beliebt. „Farmville“, „Big Farm“, „Story of Season“, „Farmerama“ – die Liste der Onlinespiele, bei denen man als Farmer Erntearbeit leistet, Tiere füttert und ganze Bauernhöfe baut, ist lang. Auch wenn ihnen bereits die Abschaltung vorausgesagt wurde – die Bauernhofsimulationen sind heute noch in.

Alles begann mit „Farmville“

Der Massenhype um die eigene Farm begann mit dem Spiel „Farmville“, einem Browsergame von Zynga. Das Spiel war unter anderem auf Facebook verfügbar und zog nach seinem Erscheinen 2009 in nur einem Monat bereits 35 Millionen User in seinen Bann. 2014 bewirtschafteten noch ganze 24 Millionen aktive Nutzer täglich ihre Felder und vergrößerten ihren Bauernhof. Denn je erfolgreicher man wirtschaftet, desto größer wird die Farm – das ist der Anreiz des Spiels. Entwickler Zynga schrieb in den letzten Jahren rote Zahlen, weshalb neue Features auf sich warten lassen. Das Spiel zählt aber bereits heute zu den modernen Klassikern und ist deshalb definitiv einen Blick wert. Aktuell gibt es die Version „Farmville 2“.

„Goodgame Big Farm“ boomt

Im Spiel „Goodgame Big Farm“ dreht sich alles darum, einen geerbten Bauernhof wieder instand zu setzen. Mit dem Anbau von Obst und Gemüse verdient man Taler, um Reparaturen an der Farm durchzuführen. Die Tiere auf dem Hof produzieren ebenfalls wertvolle Ressourcen. Mit 35 Millionen registrierten Usern und Übersetzungen in 20 Sprachen ist das Spiel ein weltweiter Hit. Als MMO-Simulation des deutschen Entwicklers Goodgame Studios wurde es 2013 zum besten MMO Browserspiel gekürt und kann bis heute hier gespielt werden, und das sogar kostenlos! Das Geschäft läuft gut für den Spieleentwickler, deshalb arbeitet er kontinuierlich an neuen Features. Seit August gibt es zum Beispiel einen Bio-Markt, weitere Ideen folgen.

Bauernhof und Plauderecke

Spieleentwickler Bigpoint brachte 2009 den „Farmville“-Konkurrenten „Farmerama“ auf den Markt. Inhaltlich gleichen sich beide Spiele, denn aus einem anfänglich kleinen Feld entwickelt sich mit der Zeit ein immer größerer Bauernhof. „Farmerama“ erhielt in den ersten Spieljahren begehrte Preise, darunter den „Lara-Award“ sowie Auszeichnungen als bestes Browserspiel. Bis 2010 erreichte das Spiel eine Nutzerzahl von 13 Millionen. Dank der integrierten Chat-Funktion konnten sich die Spieler bisher intensiv über ihre Pläne rund um die Farm direkt und live austauschen. Wie lange das allerdings noch möglich sein wird, ist fraglich, denn aufgrund von häufigem Missbrauch des Chats soll dieser bald eingestellt werden. Das Spiel selbst besteht jedoch erfolgreich weiter.

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