Schlosslichtspiele 2017

Stadtleben // Artikel vom 03.08.2017

Schlosslichtspiele (Foto: Uli Deck)

Bereits vergangenen Sommer gab es ein Wiedersehen mit den zum 300. „Stadtgeburtstag“ erstmals auf die Barock-Fassade projizierten „Schlosslichtspielen“.

In der dritten Spielzeit als „Heimattage“-Programmteil angelegt, setzt der kuratierende ZKM-Vorstand Peter Weibel den künstlerischen Schwerpunkt der allabendlichen eintrittsfreien Projection Mappings von sechs internationalen Künstler(gruppen) erfreulicherweise auf die neuen Formen von Architektur. Denn am beeindruckendsten sind die „Schlosslichtspiele“ immer dann, wenn die Wände wackeln und der Putz ordentlich bröckelt! Zwischen den Stars der Architektenszene befinden sich gute Bekannte: Maxin10sity, die 2015 mit ihrem Publikumsliebling „300 Fragments“ eine riesige Bibliothek auf dem Schlossvorplatz errichtet haben. In ihrer aktuellen Arbeit „Structures Of Life“ versenken die Ungarn das Wahrzeichen der Fächerstadt im Urozean, dessen Unterwasserwelten die Entstehung des Lebens von der ersten Zelle bis zum menschlichen Pulsschlag zeigen.

Ebenso taucht der israelische 3D-Künstler Eyal Gever Karl Wilhelms Markgrafen-Residenz in gewaltige Fluten; am Ende kommt „Cleansing“ einer Katharsis gleich. Zum Interaktionsraum für computergenerierte Menschen wird die 170 Meter lange Fassade bei „Behaviour Morphe: Behaviour Morphe“ des Londoner Studios der „Pritzker-Preis“-Trägerin Zaha Hadid, und der Amerikaner Greg Lynn, „Goldener Löwe“-Gewinner der Biennale von Venedig, bringt mit „Rolling Eye“ 360-Grad-Panoramen von Los Angeles, San Francisco und der Arizona-Wüste nach Baden. Für visionäre, nicht zwingend realisierbare Konstruktionen steht das international renommierte Architektenduo Hani Rashid und Lise Anne Couture. Ihr „Hyperfine Splitting 008_Mediations On Jakob’s Ladder“ verpulverisiert die Materialität des 1715 errichteten Gebäudes Stein um Stein.

„Mach neu!“ sagten sich auch Urbanscreen, ein auf ortsspezifische Medieninstallationen im öffentlichen Raum fokussiertes Bremer Künsterkollektiv, das als Ausgangspunkt von „Inhomogeneous“ architektonische Gestaltungsprinzipien einander gegenüberstellt. Dabei wird der klassizistische Bau in seine Grundelemente zerlegt und die Fassade virtuell frisch hochgezogen – bis hin zu komplexen Gebilden fernab jeder Statik, die allein den achteckigen Schlossturm verschonen. In den letzten drei „Schlosslichtspiele“-Tagen versammelt sich rund ums Karl-Friedrich-Denkmal die zweite „Foodtruck Convention“ (Fr-So, 8.-10.9.) und mit ihr kulinarische Vielfalt von vegan über vegetarisch bis hin zu Spezialitäten aus dem Smoker. -pat

3.8.-10.9., 21.30 Uhr (3.-17.8.), 21 Uhr (18.-31.8.), 20.30 Uhr (1.-10.9.), Schlossplatz Karlsruhe
www.schlosslichtspiele.info
www.facebook.com/schlosslichtspielekarlsruhe

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