Stadtfenster 2017

Stadtleben // Artikel vom 01.07.2017

Als offene Galerie präsentiert sich die Karlsruher City zum dritten Mal beim Kunst-Schaufenster-Wettbewerb „Stadtfenster“.

Das Schwerpunktthema liegt im Karlsruher „Heimattage“-Jahr nahe – und auch der INKA Verlag ist diesmal unter den zwölf inhabergeführten Geschäften: Wir rücken Gummibaum Hugo beiseite und machen unsere Glasfront in der Amalienstr. 41 frei für drei Skulpturen des in Berghausen lebenden und arbeitenden Kubaners Pavel Miguel.

Eigens fürs „Stadtfenster“ angefertigt hat er eine Miniaturausgabe des im Original beim Karlsruher Fraunhofer IOSB installierten einkaufswagenschiebenden Sisyphos, der vor genau einem Jahr das Cover von INKA #118 geziert hat und immer noch alles zur aktuellen Schieflage in Karlsruhe sagt... Außerdem zeigen wir den Pümpelpanzer „La guerra de mierda“, zu Deutsch „Scheißkrieg“, und die gefesselten Pelikane „Tenían las alas demasiado grandes – Sie hatten zu große Flügel“.

Weil am Sa, 1.7. unsere Sommerdoppelausgabe druckfein gemacht wird, bleibt INKA zur Vernissage der dreiwöchigen Fensterschau gezwungenermaßen (wohlgemerkt noch!) außen vor, während die Gruppe Shurkus (10.50 Uhr) in Person von Heidrun Schmiedel (Geige), Katinka Eichhorn (Querflöte) und Mascha Selbach (Akkordeon) mit Klezmer und traditionellem Folk aus Irland, Frankreich, Italien und den Balkanländern den geführten Rundgang (11-15 Uhr, Treffpunkt: INKA) durch die teilnehmenden Läden einläutet.

Dort warten neben den Künstlern auch Live-Acts auf die Besucher: Mode Vetter präsentiert Illustrationen des englischen Sketch-Künstlers Steve Faraday (13-15 Uhr); bei Optiker Meißburger stellen Mitglieder der Zettzwo Produzentengalerie bei Jazz von Drio (12-14 Uhr) aus; das Duo Lena Imbery und Olga Sora-Lux (Rad+Tat, 11-14 Uhr) begibt sich in die Zwischenräume von Natur und Architektur; den zentralen Heimat-Begriff erhellt die Amerikanerin Betty Rieckmann (Licht+Planung, 11-14 Uhr) mit ihrer Lichtinstallation „Between Clouds“; Hannegret Lindner (Ehrlichs Wein-Contor, 12-14 Uhr) von der Hannafaktur geht mit Einweckgläsern voller Glücksmomente auf eine Geschmackserlebnisreise; der Rote Punkt begrüßt die Volkstheater-Gruppe (12-13 Uhr) des Badischen Staatstheaters, das im Designmöbelladen seine mobile Forschungsstation „Inschrift Heimat“ eröffnet; mit Lichtdurchlässigkeit, hell und dunkel sowie vorne und hinten spielen die grünen Geflechte von Balkenhol-Schülerin Bronislava von Podewils (Schick-Stephan, 11-13 Uhr); zu Sebastian Winklers (Modehaus Schöpf, 12-16 Uhr) abstrakter Installation „Home Is Where...“ singt  Natalia Talia (15 Uhr) im Schaufenster; Cola Taxi Okay, der neue Kultur- und Projektraum für Alteingesessene und Neuankömmlinge, schickt das Internationale „Best City Cafe“ der HfG-studierten Produktdesigner Clemens Lauer und Max Guderian ins Rennen, dessen Inventar aus kulturell neutralem Mobiliar besteht; ein bei Sonnenauf- oder -untergang am besten zur Geltung kommendes Farb- und Lichtspiel erzeugt Dagmar Vinzenz’ (Media@Home Freytag) mit Bildern aus der industriellen Textilproduktion arbeitende Videoinstallation, die auch Teil der Visuals des Polytheistic Ensembles (13-14 Uhr) um Matthias Ockert ist.

Der Gitarrist spielt im Trio Klassik und Jazz aus der aktuellen CD „Signals From The Cool“. Und im Künstlerbedarfsgeschäft Gerstäcker zeigt Dirk Altenkirchs (12-15 Uhr) „Unterirdisch“ die Bohrarbeiten am Marktplatz. Zu den über 25 beteiligten Künstlern gesellt sich auch Patricia Wolf (16 Uhr), die klavierbegleitet mit Tänzerin Daniela Wörner und dem persischen Musiker Keyvan Bahonar in der Ev. Stadtkirche unter dem Motto „Wo findet die Seele ihre Heimat?“ zu modernen persischen und deutschen Gedichten performt. „Ziel ist es, Kunst und Wirtschaft zusammenzubringen und in diesem Spannungsfeld neue Erlebnisräume zu schaffen.

So entsteht ein Kunstparcours durch die gesamte City“, fasst „Stadtfenster“-Initiatorin und -Kuratorin Felicitas Steck ihr vom Kooperationsmarketing unterstütztes Projekt zusammen, das es neben den „Schlosslichtspielen“ (3.8.-10.9.) als weiterer „KA300“-Beitrag geschafft hat, den „Stadtgeburtstag“ längerfristig zu überdauern. Der Wettbewerb wird am Fr, 21.7. mit einer Preisverleihung abgeschlossen, über den Sieger entscheiden Vertreter von Kunsthalle, ZKM, IHK sowie die Medienpartner des „Stadtfensters“. -pat

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