8. Literaturtage Karlsruhe

Wissen & Buch // Artikel vom 04.10.2020

Immer wieder erstaunlich, welch reichhaltiges Literaturprogramm Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Matthias Walz und die Literarische Gesellschaft mit ihrem geringen Budget auf die Beine stellen!

Die achten „Literaturtage“ mit ihren 38 Veranstaltungen stehen folgerichtig wieder unter dem Motto „Literatur offensiv“ und knüpfen programmatisch an der Solidarität und dem menschlichen Miteinander der vergangenen Monate an. Zum Auftakt treten Rita Apel, Lennart Hamann und Jule Weber beim Poetry-Slam „Dead And Alive“ mit eigenen Texten und den Werken verstorbener DichterInnen vor der Publikumsjury gegeneinander an (So, 4.10., 19 Uhr, Staatstheater). Die Montage sind bei der Literarischen Gesellschaft traditionell jungen Autoren gewidmet: Am 5.10. mit der Autorengruppe Beschriftet (18 Uhr, Leihlokal) und der „Lesung Süd“ (20 Uhr, Literaturhaus) sowie die Woche drauf mit bieten Lisa Goldschmidt, Lucia Leidenfrost und Yannic Han Biao Federer (Mo, 12.10., 19 Uhr, Prinz-Max-Palais).

Die folgenden Tage bieten u.a. eine literarische und lyrische Reisen in den Iran (Di, 6.10., 18 Uhr), das deutsch-französisches Theaterstück „Die Schattenfrau“ über Grenzen hinweg (19 Uhr, Jubez) oder in „Frauenperspektiven“ Einblicke in das kulturelle Wirken von 24 Karlsruherinnen in und mit der Stadt (Do, 8.10., 19 Uhr, Kunsthalle). An den elf Tagen mit bis zu fünf Veranstaltungen pro Tag wird es an vielen anderen Orten der Stadt bei kabarettistischen Lesungen komisch-kritisch, mit skurrilen, fantastischen oder absurden Geschichten gruselig und spannend oder mit den Ergebnissen jahrelanger Recherchen informativ und historisch. Bei der Lesung des Karlsruher-Literatur-Automaten-Kollektiv aus dem Lift der HfG (So, 11.10., 18 Uhr) oder den Texten und Fotos aus dem urbanen Raum von Martina Bilke und Volker Frenzel (19 Uhr, Gedok) verschwimmen auch die Grenzen zwischen Literatur und Kunst.

Ein weiterer Termin sticht nicht nur der Location wegen heraus: Ted Gaier fährt seinen „Argumentenpanzer“ auf. Der Texter und Mitgründer der Goldenen Zitronen vermag gesellschaftliche Entwicklungen mit popkulturellen Phänomenen zu erklären; zugleich hinterfragt der gebürtige Stuttgarter seine Biografie von der Arbeit mit der Hamburger Avantgarde-Punk-Band bis zum Performancekollektiv Schwabinggrad Ballett (Mo. 12.10., 20 Uhr, Substage). Als Zugabe und krönenden Abschluss gastiert Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller mit ihrer Poesie gegen das Vergessen in Karlsruhe und liest aus drei ihrer Bücher (Sa, 24.10., 19.30 Uhr, Staatstheater). -fk

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