Bonus-Bagging oder Bonus-Missbrauch?

Wissen & Buch // Artikel vom 08.12.2021

Wie alle Lebensbereiche haben auch Online-Spielotheken ihre Schattenseiten.

Auf diese lohnt es sich ab und an zu blicken, um die Richtlinien von Spielhallen im Internet besser verstehen zu können. Ein weiterer Vorteil: nicht selbst bekannte Fehler zu machen und dadurch Bonusgewinne kurz vor der Auszahlung zu verlieren. Erfahren Sie im Folgenden mehr über die Hintergründe von Bonus-Bagging und -Missbrauch.

Was bedeutet Bonus-Bagging?

Unter diesem Begriff versteht sich das schnelle Durchspielen von Bonusaktionen. Diese werden vor allem für neue Spieler bei der Eröffnung eines neuen Accounts oder im Laufe des Spielerlebens bereitgestellt. In den AGBs der Online-Spielotheken ist übrigens verzeichnet, dass immer nur ein Bonus aktiviert und durchgespielt werden kann. Sie bekommen zum Beispiel einen 5 Euro gratis Casino Bonus. Im Normalfall können Sie sich das komplette Spieleportfolio ansehen und erste Spielerfahrungen in einer Online-Spielothek sammeln.

Ziel ist, dass Sie durch das Werbegeschenk ohne Risiko die Spielumgebung kennenlernen und sich ein Bild vom Anbieter machen können. Bei Bonus-Bagging würde man sich anmelden, um die erzielten Gewinne gemäß der Umsatzbedingungen in Echtgeld umzuwandeln. Dann würde man direkt zum nächsten Bonus oder zu einer anderen Spielothek mit neuem Bonus weiterziehen. Damit wird deutlich, dass die Werbemaßnahme des Anbieters verfehlt wurde und eine negative Anwendung findet. Und es wird deutlich, dass es sich bei Bonus-Bagging um das klare Erzielen von maximalem Profit handelt.

Dieses Phänomen tritt auch in der Welt der Online-Sportwetten auf: Während bei einem Online-Wettanbieter die Siegwette unter Verwendung eines Bonus platziert wird, legt man sich bei einem anderen Wettanbieter auf Niederlage oder Unentschieden fest. In beiden Fällen folgen Bonusaktionen. Damit nehmen sich Spieler den Vorteil heraus, einerseits verschiedene Wettergebnisse zu platzieren und andererseits mehrere Bonusangebote zu nutzen.

Rechtlich gesehen widerspricht dieses Verhalten den klassischen AGB von Online-Spielotheken nicht. Es handelt sich allerdings um eine Vorgehensweise, die von Online-Spielhallen abgelehnt wird. Die Schwierigkeit für Online-Anbieter besteht allerdings darin, dieses Verhalten von Spielern nachzuweisen. Am häufigsten tritt dieses Spielverhalten bei den Personen auf, die sich am Anfang oder inmitten einer Spielsucht befinden.

Wofür steht Bonus-Missbrauch?

In Abgrenzung zum Begriff Bonus-Bagging versteht sich unter Bonus-Missbrauch das aggressive Spielen in einer Online-Spielothek. Dazu gehört es z.B. zu hohe Einsätze zu platzieren oder der Versuch, ein und dasselbe Bonusangebot mehrfach zu nutzen. Aus diesem Grund wurde von den in der EU oder in Deutschland lizenzierten Online-Spielotheken die Ein-Konto-Politik eingeführt. So werden Spieler, die sich mit unterschiedlichen Daten bei demselben Online-Anbieter anmelden, dauerhaft vom Anbieter gesperrt. Hintergrund ist, dass sie vorsätzlich dieselben Bonusangebote unter anderem Namen erneut aktivieren und durchspielen wollten.

Ein weiterer Bestandteil von Bonus-Missbrauch ist das Spielen von nicht zugelassenen Spielen. In den AGB beziehungsweise in den konkreten Umsatzbedingungen des Bonus sind bestimmte Spiele nicht zugelassen. Das bedeutet, um die Bonusbedingungen zu erfüllen, werden die Spieleinsätze von bestimmten Spielen nicht angerechnet. Je nach Online-Spielothek können nun zwei Fälle auftreten: Man kann dennoch die Spiele innerhalb der Bonus-Laufzeit spielen, allerdings führen sie nicht zur Umsetzung der Bonusbedingungen. Im zweiten Fall wird der Anspruch auf den Bonus sofort beendet, sobald die nicht zugelassenen Spiele gestartet werden. Vor allem an diesem Punkt ist es sinnvoll, den eigenen Anspruch auf den Bonus nicht aufs Spiel zu setzen. Daher ist es wichtiger, sich vor dem Start oder der Aktivierung eines Bonus die Bonusbedingungen genau durchzulesen.

Bonusaktionen bleiben dennoch Teil von Glücksspielen

Der Trugschluss vieler langjähriger Spiele ist, dass es sich beim Freispielen der Bonusangebote um risikofreie Gelegenheiten handelt, Geld zu verdienen. Es erfordert ein sehr hohes Maß an Disziplin, nicht einen Bonus nach dem anderen zu aktivieren. Durch diesen Weg sind bereits zahlreiche Spieler in die Spielsucht abgedriftet und haben Haus und Hof verloren. Der Erfolg liegt ganz einfach gesprochen in der gesunden Dosis. Notizen der aktivierten Boni, der Spielotheken, der jeweiligen Bonusbedingungen und der erzielten Gewinne hilft von Anfang an weiter. Eine finanzielle Karriere durch Bonus-Bagging oder -Missbrauch gelingt den wenigsten und ist daher eine klare Ausnahme.

Wie reagieren die Online-Spielotheken mit deutschen Lizenzen?

Eines steht fest: Mit der zunehmenden Vergabe von deutschen Lizenzen werden sich zukünftig neue Schlupflöcher auftun, die von den Anbietern zu schließen sind. Einige der Lücken wie etwa hohe Einsätze sind durch die aktuelle Fassung des neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrags bereits ausgehebelt worden. Wir hoffen, dass die Vermeidung der negativen Verwendung von Bonusangeboten nicht zur Überreglementierung durch die Online-Anbieter führt. Dies würde bedeuten, dass die Abstrafung auch auf neue Spieler ausgeweitet wird, die einen Bonus einfach nur als eine Werbeaktion ansehen.

Risiko bleibt

Natürlich steht es jedem frei, seine eigenen Erfahrungen zu machen. Wichtig dabei zu wissen ist, dass Bonus-Bagging oder -Missbrauch sowohl in Deutschland als auch weltweit nicht ohne Risiko ist. Werden Sie z.B. in einer Online-Spielothek wegen Bonus-Missbrauch gesperrt, kann dies auch zu Sperrungen in weiteren Online-Casinos führen. Sollte sich der Online-Anbieter nämlich in einem Netzwerk befinden, kann die getroffene Entscheidung, Sie auszuschließen, nicht nur für die vorliegende Spielothek gelten. In dem Fall greift die Sperrung der Spielberechtigung für alle Anbieter, die sich im Netzwerk befinden.

Besser mit fairen Mitteln zum Ziel gelangen

Bei jedem Thema, bei dem es um Geld geht, sollte man sich irgendwann beide Seiten der Medaille ansehen. Natürlich besteht die Möglichkeit, kurz- bis mittelfristig durch Bonus-Bagging und -Missbrauch gratis Geld oder Freispiele zu erhalten. Langfristig gesehen drohen allerdings Strafen, wie z.B. die dauerhafte Sperrung des Accounts. Stellen Sie sich daher die Frage, welche Ziele Sie wirklich verfolgen und wägen Sie Ihre kommenden Entscheidungen hinsichtlich der Konsequenzen genau ab. Als Faustregel sei noch einmal darauf hingewiesen, dass sich die AGB und Bonusbedingungen immer wieder mal ändern können. Sehen Sie sich die genauen Informationen daher an, bevor Sie sich für eine Online-Spielothek oder einen Bonus entscheiden.

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