Der Tempelbezirk von Khajuraho

Wissen & Buch // Artikel vom 17.09.2019

Foto: Pexels

Indien ist natürlich nicht nur wegen den faszinierenden Heiligtümern von Khajuraho einen Besuch wert, weshalb man sich auch wirklich rechtzeitig um das eVisum Indien kümmern muss.

Das Touristenvisum sollte mindestens vier Tage vor dem Flug beantragt werden. Danach steht den Urlaubern eigentlich nichts mehr im Wege, die kulturelle und religiöse Geschichte von Khajuraho kennenzulernen. Diese kleine indische Stadt mit ca. 25.000 Einwohnern befindet sich im Madhya Pradesh Bundesstaat. Der Ort ist durch eine ungewöhnliche Tempelgruppe bekannt, die mit zum Unesco-Welterbe zählt. Das Besondere an diesen ehemaligen Gebetsstätten aus dem 10. Jahrhundert sind allerdings die erotischen Darstellungen, die man als Tourist sicherlich nicht in einem geweihten Tempelbezirk erwartet.

Die Tempel befinden sich auf einer hohen Plattform. Die meisten Eingänge sind in östlicher Richtung ausgerichtet, also hin zur aufgehenden Sonne. Von den ursprünglich 80 Bauten sind aktuell nur 20 davon erhalten geblieben. Das prächtigste Heiligtum an diesem Ort ist der über 30 Meter hohe Kandariya-Mahadeva Tempel, der dem hinduistischem Gott Shiva geweiht ist. Der Name Shiva dürfte den meisten sicherlich noch von den vergangenen „India Summer Days bekannt sein. Das Bauwerk ist mit unzähligen Skulpturen und allen Arten von erotischen Szenen versehen und gibt einen hervorragenden Überblick über die indische Kunst im Tempelbau.

Aber auch die anderen Hindu-Tempel der Westgruppe locken jährlich Zehntausende von Besuchern an. Zu dieser Gruppe zählen u.a. der Devi und der Varaha Tempel, der Lakshmana Tempel und auch der Vishvanatha-Tempel. Der Baubeginn des Lakshmana Tempel geht bis in das Jahr 930 zurück. Im Vergleich zu den anderen Bauwerken gibt es hier, außer den erotischen Szenen, auch Skulpturen aus dem damaligen Alltagsleben zu sehen. Zu diesem Sanktumsbereich gehören noch vier Begleitschreine. Auch beim Vishvanatha Tempel handelt es sich um einen eigenen Tempelkomplex mit Begleitschreinen. An der Eingangsvorhalle erinnert ein steinernder Hinweis auf den Tempelbau, der zwischen 1000 und 1002 (n. Chr.) fertiggestellt wurde. Zum Tempelbezirk von Khajuraho zählen auch noch die vier Jain-Tempel der Ostgruppe, sowie verschiedene einzelne Hindu-Tempel. Der bekannteste davon ist der Chausath-Yogini-Tempel, der einer Yogini Gruppe geweiht ist.

Die gesamte Tempelanlage umfasst rund 21 Quadratkilometer. Für die Tempel der Westgruppe muss Eintritt bezahlt werden. Die meisten anderen Bauwerke sind frei zugänglich. Wichtig ist auf jeden Fall, eine Indienreise gut zu planen und sich vor allem auch rechtzeitig um das eVisum zu kümmern. Dadurch sind schon von Anfang an die besten Voraussetzungen gegeben, einen unbeschwerten Aufenthalt zu erleben und nicht nur die in Sandstein gehauenen Kamasutraszenen in den Khajuraho Tempeln kennenzulernen.

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