Die Geschichte des Baden-Badener Casinos

Wissen & Buch // Artikel vom 21.10.2019

Als „schönstes Casino der Welt“ beschrieb es einst Marlene Dietrich.

Das Casino Baden-Baden im vor fast zwei Jahrhunderten erbauten Kurhaus ist das ältestest Casino in Deutschlands und eines der ältesten in Europa. Hier wurden Vermögen gemacht und verloren. Betreten wird es durch einen grandiosen Portikus, seine Belle-Epoque-Ästhetik ist zeitlos elegant und die Glücksspiel-Optionen sind ebenso vielfältig wie exotisch: In den prunkvollen Spielhallen kann man wie auch in den neuen Online Casinos Roulette, Blackjack, Poker, Punto Banco und Automatenspiele zocken. Wer lieber in einer intimeren, fast schon privaten Umgebung spielen möchten, wechselt zum Club Bernstein, in dem man ebenfalls Poker und Roulette spielen kann.

In den Tagen der Belle Epoque strömte das internationale Jetset nach Baden-Baden; darunter russische Staatsräte, englische Herren, Plantagenbesitzer aus Java, Literaten und Komponisten aus Paris und Moskau. Seitdem hat sich nicht viel geändert. Bekannte Namen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, Stars und Prominente, It-Girls und Besucher aus nah und fern versuchen hier ihr Glück. Wenn in Baden-Baden die Nacht hereinbricht, zeigt sich das Kurhaus mit seinem eleganten Casino von seiner schönsten Seite. Auch das Theater Baden-Baden bietet ein attraktives Programm, ein Besuch lässt sich ganz wunderbar kombinieren.

Das Glücksspiel hat in Baden-Baden eine lange Tradition: Es wurde damals zuerst in den Gästehäusern betrieben. Als die Zahl der Besucher im 19. Jahrhundert erheblich zunahm, konnte der ordnungsgemäße Spielbetrieb in den Hotels nicht mehr gewährleistet werden, daher wurde das Glücksspiel in zwei Einrichtungen monopolisiert – dem Conversationshaus am Marktplatz und dem Promenadenhaus. Nach dem Bau des heutigen Kurhauses im Jahr 1824 durch Friedrich Weinbrenner durfte nur noch dort gespielt werden und der Mieter Antoine Chabert war der einzige Casino-Mieter der Stadt. Zunächst nutze man nur einen kleiner Raum hinter dem großen Saal, der heute als Weinbrennersaal bekannt ist, zum Spielen. Später fand das Glücksspiel in der großen Halle statt. Antoine Chabert und sein Sohn schufen eine wichtige Grundlage für den späteren Erfolg des Casinos: Sie engagierten z.B. berühmte Opernensembles und Künstler und organisierten ein kulturelles Programm.

Nach dem französischen Casino-Verbot 1838 kam Jacques Bénazet, Betreiber aller zehn Pariser Spielhallen, nach Baden-Baden und wurde neuer Casino-Mieter. Nach seinem Tod im Jahr 1848 übernahm Sohn Edouard Bénazet das Casino und setzte die Arbeit des Vaters mit noch größerem Erfolg fort. Als Edouard 1867 starb, übernahm sein Neffe Emile Dupressoir und betrieb das Casino, bis das Glücksspiel im Deutschen Reich verboten wurde. Am 31.10.1872 endete die Baden-Badener Ära mit dem letzten Spiel der „Roten 9“. Nach einer Pause von 60 Jahren wurde das Glücksspiel 1933 wieder aufgenommen; gegen Ende des Zweiten Weltkriegs musste das Casino 1944 schon wieder geschlossen werden und eröfnete erst 1950 wieder.

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