Hausbank oder Online-Broker – wo kann man besser Aktien kaufen?

Wissen & Buch // Artikel vom 30.06.2021

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Klassische Geldanlagen und Sparmodelle bringen in der anhaltenden Niedrigzinsphase kaum Rendite, so dass sich immer mehr Menschen dazu entschließen, ihr Geld in Aktien zu investieren.

Ist diese Entscheidung gefallen, geht es daran, ein Depot zu eröffnen. Früher führte in diesem Fall der erste Weg zur Hausbank, doch heute haben Anleger auch andere Möglichkeiten – z.B. den Aktienkauf über ein Online-Depot. Doch welches Depot ist besser und worauf sollte man als Investor allgemein achten, wenn man ein Depot eröffnet?

Unterschied vom Online-Depot zum Depot bei der Hausbank

Der wohl größte Unterschied zwischen einem Hausbank-Depot und einem Online-Depot ist die Art der Beratung: Wer sich vor Ort in einer Bankfiliale über Geldanlagen beraten lässt, muss umfassend über mögliche Risiken aufgeklärt werden. Auch Online Depot-Anbieter weisen auf Risiken hin, doch ist dabei der Kunde selbst in der Pflicht, die entsprechenden Hinweise zu lesen und zu akzeptieren. Wer Tipps zum Aktien kaufen sucht, kann sich bei der Hausbank vom persönlichen Berater informieren lassen; wer gerne selbstständig recherchiert, findet aber auch im Internet entsprechende Artikel. Was den allgemeinen Service und auch das Angebot angeht, so unterscheiden sich die beiden Depot-Arten nicht bemerkenswert voneinander.

Die Vorteile eines Online-Brokers

Vielen Anlegern ist die persönliche Beratung durch die Hausbank sehr wichtig. Doch es gibt noch einige andere Kriterien, bei denen Online-Broker meist besser abschneiden: Die Kosten und Gebühren sind ein sehr gutes Beispiel dafür. Diese fallen bei einem Online-Depot meist viel niedriger aus als bei einem Hausbank-Depot. Das liegt daran, dass man bei der Hausbank nicht nur Gebühren für das Depot an sich, Ordergebühren und Transaktionskosten bezahlt, sondern auch relativ hohe Makler Courtagen. Letztere können zwar auch online anfallen, doch ist dort die Chance auf eine pauschale Abrechnungsweise oder einen stark reduzierten Prozentsatz deutlich höher. Ein weiterer Vorteil von Online-Depots ist die hohe Flexibilität. Anleger können immer dann Aktien kaufen oder verkaufen, wenn ihnen danach ist – ohne sich nach Öffnungszeiten oder nach der Anwesenheit eines persönlichen Maklers zu richten. Ein Online-Depot ähnelt außerdem Online-Banking: Käufe und Verkäufe können sogar vom Smartphone aus durchgeführt werden – ebenso unkompliziert wie der Kauf von Kryptowährungen über Online-Wechselstuben.

Gibt es Risiken beim Online-Broker?

Durch das Wegfallen der persönlichen Aufklärung kann es dazu kommen, dass dem Anleger wichtige Informationen rund um die Risikoklasse eines Investments fehlen. Investiert er dann unwissentlich in eine Kapitalanlage, die riskanter ist als ihm lieb war, kann er den Anbieter nicht haftbar machen. Anders sieht es bei der Hausbank aus: Bietet einem der Berater ein Investment an, das nicht zur persönlichen Risikoklasse (1-5) des Anlegers passt, muss die Bank im Ernstfall für eventuelle Verluste haften.

Welche Gebühren fallen beim Online-Broker an?

Die Kosten für ein Online Depot sind im Durchschnitt niedriger als die für ein Depot bei der Hausbank. Mit diesen Gebühren müssen Anleger online rechnen:

Depotgebühr

Die Verwaltung eines Depots stellt einen Aufwand für den Anbieter dar. Deshalb fallen auch bei einigen Online-Depots Depotführungsgebühren an. Da die persönliche Beratung durch einen designierten Makler online aber entfällt, sind die allgemeinen Depotführungsgebühren beim Online-Broker meist günstiger. Immer mehr Anbieter stellen ihren Kunden sogar ein kostenloses Online Depot zur Verfügung.

Ordergebühr

Pro Order fallen in der Regel Gebühren an – sowohl beim Hausbank- als auch beim Direktbank-Depot. Die Höhe dieser Gebühren richtet sich nach drei Faktoren, nämlich nach der Depotsumme, der Ordergröße und der Orderhäufigkeit. Online-Banken bieten oft eine sogenannte Orderpauschale an, wodurch die Kosten pro Order für aktive Anleger, die häufig nachordern, sinken. Allgemein kann man sagen, dass die Gebühren beim Online Broker geringer sind.

Was gibt es sonst noch zu beachten beim Online-Broker?

Wer online ein Depot eröffnen möchte, sollte zunächst verschiedene Anbieter miteinander vergleichen. Ein guter Depot-Vergleich gibt Aufschluss über die wichtigsten Fragen: Wie gut ist der Service? Mit welchen Kosten muss ich beim Online Depot rechnen? Zu welchen Aktien, Börsen und Märkten habe ich Zugang? Weiter gilt es zu prüfen, ob der Online Broker kontrolliert wird und eine Bafin-Zulassung hat – nur damit ist der Anleger gut abgesichert.

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