Hell-O-Screen II

Wissen & Buch // Artikel vom 28.10.2012

Die Preisträger des „Hell-O-Screen II“-Autorenwettbewerbs stehen fest.

Die Jury-Favoriten der beim Filmboard Karlsruhe eingegangen Einreichungen werden von Nadine Knobloch, Frank Sollmann und Oliver Langewitz in einer schaurigen Grusellesung dem Publikum vorgestellt.

Zu vergeben war nicht nur ein Startplatz im gruseligen Halloween-Programm, es wurden auch noch mehrere Preise verlost: Platz eins geht an „Rotkäppchen“ von Leif Allendorf (Berlin). Er kann sich nun über 100 Euro freuen, die vom Filmboard Karlsruhe gestiftet wurden. Das existentialistische Gruselmärchen beschäftigt sich wie das Grimm'sche Original mit der Frage nach Gut und Böse. Doch anders als in der Kinderbuchversion wird das vermeintlich Gute hinterfragt und hinter sorgsam errichtete Fassaden geblickt. Was sich dort findet, sind Selbstzweifel, Unterdrückung, Verlangen und Mord.

Platz zwei und eine damit verbundene Akkreditierung für das „Independent Days 13 Filmfest“ im April 2013 geht an „Icy MacKenzie“ von Birgit Schlicher (Sembach). Zwei Männer machen in dieser düsteren Geschichte einen Ausflug in die schottischen Wälder. Noch am Abend zuvor warnt sie ein kauziger, alter Mann vor Icy MacKenzie. Dieser soll seit mehr als 200 Jahren in den Bergen sein Unwesen treiben, nachdem seine Frau bestialisch ermordet und ihre gemeinsame Tochter verschleppt wurde. Allen Warnungen zum Trotz gehen die Männer am nächsten Tag unbekümmert los. Als ein Unwetter der Wanderung ein jähes Ende bereitet, finden sie Schutz in einer Höhle. Dort machen sie eine grausige Entdeckung...

Platz drei belegte „Vampirum Dementis“ von Andreas Frey (Pfinztal), der mit dieser Platzierung und Stadtmitte-Gutschein erhält. Die Story überzeugte die Jury durch einen bewusst trashig gehaltenen, humorvollen Stil: Denn ein Vampir hat es auch nicht leicht! Wer dachte, Eheprobleme, Sucht und Identitätskrisen seien nur etwas für Sterbliche, der wird hier eines Besseren belehrt. Nur gut, dass es auch im Reich der Untoten kompetente Psychotherapeuten gibt.

Der Sonderpreis der Fuma – Film- und Medienakademie Karlsruhe geht an „Jäger und Gejagte“ von Alicia Sérieux (Stutensee-Friedrichstal). Im Laufe des nächsten Jahres soll die Geschichte nun in Form eines Kurzfilms verfilmt werden. Die Story: Eine junge Frau entkommt einem Mörder. Atemlos und voll Panik flüchtet sie sich immer tiefer in den nachtschwarzen Wald, ohne zu wissen, was vor ihr liegt oder wohin sie laufen soll. Als ihr Peiniger sie einholt, fleht sie ihn mit letzter Kraft an, ihr zu sagen, warum er sie umbringen will.

Zwar nicht unter die Preisträger, doch in das Programm des Abends geschafft hat es zudem das Gedicht „Willowee“ von Doris Jerathe, das den zuweilen schlechten Einfluss von Computerspielen thematisiert. Diese Erfahrung muss Olli F. auch machen, als sich sein geliebtes PC-Spiel plötzlich selbstständig macht und den Weg aus dem Bildschirm heraus in sein Zimmer findet.

Vor der Lesung werden in einem etwa einstündigen Filmprogramm markerschütternde und blutgefrierende Kurzfilme gezeigt, darunter Klassiker vergangener Ausgaben der „Independent Days“, aber auch ganz neue Werke, darunter zum Beispiel „Vom Leben und Sterben einer Liebe“ des Filmlabels Ewa Plisoar.

Verkleidungen sind erwünscht, denn im Anschluss an das Kulturprogramm wird in der Stadtmitte angemessen weitergefeiert und Halloween zelebriert. Beginn des Filmprogramms ist um 19.30 Uhr, die Lesung beginnt um 20.45 Uhr, direkt gefolgt von der Halloween-Party. -ps/pat

M, 31.10., 19.30 Uhr, Die Stadtmitte, Karlsruhe

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