Irische Schriftsteller & ihre Bestseller

Wissen & Buch // Artikel vom 15.02.2019

Foto: SarahRichterArt, CC0 Public Domain (https://pixabay.com/en/sunset-panorama-dusk-nature-3084651)

Mit einer Bevölkerung von nur vier Millionen Menschen ist die grüne Insel Irlands ein eher kleines Land.

Trotzdem überraschen verhältnismäßig viele irische Buchautoren jedes Jahr mit neuen Bestsellern, die internationale Bücherregale füllen. Vielleicht ist es das Klima, das irischen Schriftstellern die nötige Inspiration zum Schreiben verleiht oder aber die Einflüsse irischer Literaturnobelpreisträger aus der Vergangenheit. Wir haben einen Blick auf bekannte Klassiker und die lesenswertesten zeitgenössischen Romane geworfen.

Cecelia Ahern: So klingt mein Herz

Mit weltweit 25 Millionen verkauften Büchern ist die 38-jährige Cecelia Ahern ein echtes Ausnahmetalent. Schon mit jungen Jahren schrieb Ahern fantasievolle Geschichten und studierte nach ihrem Schulabschluss Journalistik und Medienkommunikation in Dublin. Im Alter von 21 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, der sie sofort auf die internationale Bestseller-Liste katapultierte und sogar verfilmt wurde: „P.S. Ich liebe Dich“. Dass Ahern keine „Eintagsfliege“ ist, zeigen ihre vielen Folgeromane, die auf der ganzen Welt verschlungen werden. Absolut lesenswert ist auch ihr im Jahr 2017 erschienene Roman „So klingt mein Herz“. Die Protagonistin Laura besitzt eine außerordentliche Fähigkeit, von der sich Toningenieur Solomon und dessen Frau Bo magisch angezogen fühlen. Eine rührende Liebesgeschichte, die Leser in die verborgene Welt des Westens Irlands transportiert.

Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

Im Jahr 1854 in Dublin geboren, zählt Oscar Wilde zu den einflussreichsten und bekanntesten irischen Schriftstellern aller Zeiten. Im viktorianischen England fiel „die schillernde Lichtgestalt“ besonders für ihr extravagantes Auftreten auf. Auch entsetzte Wilde mit seinen für die damalige Zeit skandalösen Werken des Öfteren die prüde Elite. Besonders sein Buch „Das Bildnis des Dorian Gray“ sorgte aufgrund seines freizügigen Inhalts für mächtig Aufruhr: Der engelsgleiche Jüngling Dorian verkauft seine Seele, um dem Hedonismus zu frönen und seine Schönheit zu retten. Heute gilt das Werk als eines der bahnbrechendsten und mutigsten Bücher seiner Zeit und wird oft von Schülern und Studenten im Englischunterricht gelesen und analysiert. Alle, die sich für Dublins literarische Helden der Vergangenheit interessieren, sollten sich einer außergewöhnlichen Poesie-Pub-Tour anschließen, um die Kultur Dublins auf einzigartige Weise zu erleben.

John Banville: Die See

International anerkannt und ausgezeichnet: John Banville gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren Irlands. Johns erfolgreichster Roman „Die See“ erschien im Jahr 2005 und wurde mit dem renommierten „Man Booker Prize“ ausgezeichnet. Auf kunstvolle Weise und poetische Sprache schafft es Banville den Leser regelrecht in seinen Bann zu ziehen und behandelt Themen wir Erinnerung, Verlust und Identität. Im Roman geht es um ein Ehepaar, dessen Glück von einem unvermeidbaren Verlust überschattet wird: Anna ist unheilbar krank und stirbt nach kurzer Zeit an ihrem Krebsleiden. Witwer Max flüchtet ans Meer und kehrt an den Ort zurück, an dem er in jungen Jahren wunderbare Sommer verlebte. Während seines Aufenthalts durchlebt der sentimentale Protagonist seine Vergangenheit auf intensive Weise, um sich anschließend mit der Gegenwart und dem erlittenen Verlust zu versöhnen.

Frank McCourt: Die Asche meiner Mutter

„Schlimmer als die gewöhnliche unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit“, schreibt der im Jahr 2009 in den USA gestorbene Schriftsteller irischer Abstammung. Seine Eltern, die als irische Auswanderer vergeblich in Brooklyn ihr Glück versuchten, kehrten mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Heimat zurück. Doch auch in Irland erging es ihnen nicht viel besser. Die Familie lebt in bitterer Armut und hat mit häufigen Todesfällen und schweren Krankheiten zu kämpfen. Zu allem Überfluss ist Franks Vater ein arbeitsunfähiger Alkoholiker, der alle Klischees des betrunkenen irischen Versagers erfüllt. Trotz seiner traumatischen Erlebnisse, schafft es McCourt, die schönen Facetten des irischen Lebens auf poetische Art und Weise einzufangen. In Limerick gibt es übrigens ein Frank McCourt Museum, das Bücherwürmer bei einem Besuch auf keinen Fall verpassen sollten!

Clive Staples Lewis: Die Chroniken von Narnia

Mit seinem magischen Land „Narnia“ begeisterte der in Belfast geborene Schriftsteller und Literaturwissenschaftler C.S. Lewis Millionen Leser weltweit. Sprechende Tiere, Zwerge, Riesen und Zentauren transportieren Leseratten in eine wirklich fantastische Welt. Im Jahr 1950 legte Lewis den Grundstein für die Legende des magischen Landes, indem er den ersten Band schrieb. Insgesamt sechs Bände verfasste er nach der erfolgreichen ersten Ausgabe. In den Chroniken geht es um die Geschwister Peter, Susan, Edmund und Lucy, die in eine völlig neue Welt gelangen, indem sie durch den Wandschrank des alten Professors Kirke klettern. Die vier gehen auf große Abenteuerreise und erleben die wundersamsten Dinge. Für alle, die statt eines Buches einen gemütlichen Filmabend vorziehen, können die kinematografische Umsetzung des Bestsellers bestaunen.

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