Ohne Fremdsprachen geht es nicht: Karlsruher Schulen setzen auf Sprachunterricht

Wissen & Buch // Artikel vom 02.11.2018

Foto: ©istock.com/EikoTsuttiy

Fremdsprachenkenntnisse sind für junge Menschen in der heutigen Zeit unverzichtbar.

Das Erlernen möglichst mehrerer Fremdsprachen ist daher an Baden-Württembergs weiterführenden Schulen ein zentraler Bestandteil der Stundenpläne. So auch an den Karlsruher Gymnasien: Viele von ihnen bieten sprachliche Profile an und auch bilinguale Konzepte sind aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken.

Nach der Schule: Das macht Fremdsprachenkenntnisse so wichtig

Dass das Beherrschen anderer Sprachen als der Muttersprache in Zeiten der Globalisierung nur von Vorteil sein kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Deutsch gehört nicht zu den Weltsprachen, was bedeutet, dass junge Menschen, die im Anschluss an ihre Schullaufbahn erfolgreich in einem internationalen Umfeld agieren möchten, zumindest die englische Sprache fließend in Wort und Schrift beherrschen sollten. Dies bezieht sich nicht nur auf das Arbeitsleben, denn bereits im Studium werden Englischkenntnisse auch in anderen Fachrichtungen als den Sprachwissenschaftlern vorausgesetzt. So sind etwa in der Betriebswirtschaftslehre englischsprachige Case Studies an der Tagesordnung; und spätestens dann, wenn die ersten wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Lehrplan stehen, ist es nur von Vorteil, auch auf in englischer Sprache verfasste Fachliteratur zurückgreifen zu können.

Noch wichtiger sind Fremdsprachen im beruflichen Umfeld: Kontakte mit Kunden oder Geschäftspartnern aus dem Ausland sind heutzutage ebenso selbstverständlich wie die Teilnahme an Messen oder Kongressen in anderen Ländern. Nicht zuletzt ermöglichen fremdsprachliche Kenntnisse auch die Aufnahme einer Berufstätigkeit im Ausland.

Europäische Union fördert Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit kann daher für junge Menschen – und natürlich auch alle anderen – nur von Vorteil sein. Im Übrigen wird sie auch von der Europäischen Union unterstützt. Eines der EU-Ziele ist es nämlich, dass alle EU-Bürger neben ihrer Muttersprache zwei weitere Sprachen sprechen sollen. Hierbei geht es neben der Sprache an sich auch darum, dass das Erlernen fremder Sprachen zwangsläufig auch immer das Befassen mit anderen Kulturen einschließt, was wiederum für das multikulturelle Zusammenleben nur förderlich ist. Daneben hebt die Europäische Union hervor, dass die Sprachindustrie eine der am stärksten expandierenden Wachstumsbranchen ist. Für Personen, die gleich mehrere Sprachen auf einem hohen Niveau sprechen, ergeben sich somit vielfältige berufliche Möglichkeiten, beispielsweise als Dolmetscher oder Übersetzer. Yigit Aslan von Easytrans24.com kann dies nur bestätigen: „Die Nachfrage nach Übersetzungen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Wir suchen ständig nach ausgebildeten Übersetzern für alle Sprachen und Fachrichtungen. Derzeit beschäftigt unser Übersetzungsbüro beispielsweise für italienische Übersetzungen bereits über 170 Übersetzer.“

Experten sind sich einig: Je früher wir mit fremden Sprachen in Berührung kommen, desto besser sind auch die Lernerfolge. Im besten Fall kommen Kinder bereits im jungen Alter mit ihnen in Kontakt, etwa in einem bilingualen Kindergarten. Spätestens an der weiterführenden Schule sollten die Sprachkenntnisse weiter vertieft werden – und genau deshalb setzen die Karlsruher weiterführenden Schulen auf Fremdsprachen.

Sprachliche Angebote an Karlsruhes Gymnasien

Neben Englisch als erste Fremdsprache sind es in Karlsruhe alternativ zu Latein insbesondere Französisch und Spanisch, die die Schülerinnen und Schüler als weitere Fremdsprache wählen können. Dies liegt zum einen daran, dass es sich bei ihnen um Weltsprachen handelt, zum anderen aber auch an der geographischen Nähe zu den entsprechenden Ländern – das gilt speziell fürs benachbarte Frankreich. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass etwa das Fichte-Gymnasium einen Französischzug anbietet. Wer sich hierfür entscheidet, erlernt Französisch bereits ab der 5. Klasse als erste Fremdsprache und profitiert in den höheren Klassen von französischsprachigem Unterricht in anderen Schulfächern wie Geographie oder Geschichte.

Doch nicht nur Englisch, Französisch und Spanisch können Schüler an den Karlsruher Gymnasien lernen, einige Schulen bieten mittlerweile auch Italienisch als dritte Fremdsprache an. Zu ihnen zählen das Kant-Gymnasium und das Goethe-Gymnasium. Das Bismarck-Gymnasium setzt gar auf Griechisch. Noch mehr sprachliche Vielfalt bieten (fast) nur die Sprach- und Volkshochschulen der Stadt.

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