Suzanne Maudet – „Dem Tod davongelaufen“

Wissen & Buch // Artikel vom 05.12.2021

Suzanne Maudet – „Dem Tod davongelaufen“

Sie waren „Neuf femmes jeunes qui ne voulaient pas mourir“, so der Titel der französischen Originalausgabe von Suzanne Maudets Erlebnisbericht ihrer Flucht aus den Fängen der Nazis.

In der Résistance aktiv, wird sie mit acht anderen jungen Frauen im Sommer 1944 verhaftet, aus der Heimat in die Konzentrationslager Ravensbrück und Buchenwald deportiert und muss in Leipzig-Schönefeld für den Rüstungskonzern HASAG in Zwangsarbeit Panzerfäuste anfertigen. Bei der Evakuierung des Frauenaußenlagers fasst die Gruppe den Entschluss, zu fliehen und sich zu den amerikanischen Linien durchzuschlagen.

Das Überraschende an dieser wahren Geschichte: trotzender Charme und übermütiger Humor, der selbst den ernstesten Bedrohungen noch eine gewisse Situationskomik abzugewinnen vermag. Überhaupt steckt der Text voller Lebenslust und Optimismus, ist beflügelt von geradezu euphorischer Vorfreude auf die Freiheit. Von Maudet bereits 1945/46 nach ihrer Paris-Rückkehr verfasst, ist „Dem Tod davongelaufen – Wie neun junge Frauen dem Konzentrationslager entkamen“ (Assoziation A) erst diesen August in deutscher Fassung erschienen. Sie stammt von der Münchner Übersetzerin Ingrid Scherf, Kuratorin der seinerzeit wegweisenden Ausstellung „Wem gehört die Stadt? Manifestationen neuer sozialer Bewegungen im München der 1970er“ im Münchner Stadtmuseum. -pat

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