Warum ist Retro-Gaming gerade so beliebt?

Wissen & Buch // Artikel vom 23.06.2020

Früher war alles besser!

Auf so einen Satz kommen normalerweise jede Menge Einwände. Normalerweise, wohlgemerkt, denn dieses Jahr ist vieles anders. Vom Restaurantbesuch über das Angebot an Freizeitaktivitäten bis zur Liste der möglichen Urlaubsziele steht fest: Das war tatsächlich alles schon mal besser. Dementsprechend sehnen sich derzeit nicht nur eingefleischte Nostalgiker nach einer Zeit zurück, als das Leben ein bisschen einfacher war. Die einen holen ihre alte DVD-Sammlung aus dem Keller und schwelgen in alten Kinoklassiker. Andere holen das Fotoalbum aus dem Regal und versuchen alte Erinnerungen zu rekonstruieren. Und wieder andere bevorzugen Retro-Gaming, um ein verloren geglaubtes Lebensgefühl wieder zu erwecken. Retro-Games sind Videospiele, die entweder schon einige Jahre auf dem Buckel haben oder die den Stil alter Spiele nachahmen. In den vergangenen Jahren haben sie sich zu einem echten Kult-Phänomen entwickelt. Jetzt haben sie nochmal ein breiteres Publikum erreicht

Beliebte Retro-Games

Äußerst beliebt sind beispielsweise die Konsolenspiele, die in den 1980er und 90er Jahren in vielen Wohnzimmern zu finden waren. Charaktere wie Super Mario oder Donkey Kong sind auch nach Jahrzehnten noch echte Ikonen der Popkultur. Die originalen Spiele sind auf moderne Plattformen portiert worden und können jetzt auf dem Handy oder auf dem Nintendo Switch gespielt werden. Auch das Genre der virtuellen Spielautomaten lebt nicht zuletzt von seinem nostalgischen Appeal. So zelebrieren z.B. viele Netent Slots Filmklassiker der 80er und 90er. Auch die frühen Nullerjahre gelten für viele als eine Hochzeit der Videospielkultur. Nachdem vor der Jahrtausendwende große Fortschritte bei der Animation von 3D-Welten gemacht wurden, verfeinerten viele Spiele jetzt ihre Konzepte und machten von den neuen Möglichkeiten des Internets Gebrauch.

Neu ist nicht immer besser

Der besondere Reiz von Retro-Spielen ist nicht zuletzt auf die Schwächen vieler Videospiele zurückzuführen, die heutzutage veröffentlicht werden. Zwar sind im Bereich der Grafik seit den 80ern geradezu astronomische Fortschritte gemacht worden. Wo früher pixelige Figuren in 16-Bit-Farben über den Bildschirm hopsten, werden die Spielwelten immer realistischer und ausladender. Aber leider haben auch Monetarisierungskonzepte wie Pay-to-win Einzug gehalten. Eine schöne Optik wird daher häufig durch ein unterirdisches Gameplay zunichte gemacht, sodass sich viele Gamer der alten Schule enttäuscht abgewendet haben. Und der Fokus auf Onlinespiele hat dazu geführt, dass vergleichsweise wenige hochwertige Single-Player-Titel entwickelt werden. Ob das nun etwas Gutes oder etwas Schlechtes ist, hängt auch von den persönlichen Vorlieben der Gamer ab. Viele sind dadurch jedenfalls enttäuscht.

Was machen Retro-Games richtig?

Es liegt aber nicht nur an der Sehnsucht nach vergangenen Zeiten oder an einem Mangel an guten Neuerscheinungen, dass Gamer immer wieder gerne die Retro-Schublade aufmachen. Retro-Games haben auch für sich genommen viel zu bieten: Was ihnen an spektakulärer Grafik fehlt, machen sie oft durch viel Witz und ein ausgeklügeltes Gameplay wett. Und sie eignen sich auch besonders gut für das gemeinsame Spiel mit Freunden oder Familie. Was heutzutage nur noch im Ausnahmefall geht, war früher einmal selbstverständlich: zwei, drei oder vier Spieler scharen sich mit dem Controller in der Hand um den Fernseher und zocken, was das Zeug hält. Ganz ohne Internet, aber mit jeder Menge Spaß!

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