Lambchop

Popkultur // Artikel vom 29.06.2013

Wem der gewisse Hang zur Depression abgeht, der kann einen Solokonzertabend mit Kurt Wagner schon mal als Teesäufergejammer empfinden.

Wenn sich der Bass-Bariton allerdings ins bis zu 18-köpfige Kollektiv eingliedert, sorgt sein warmer Tennessee-Akzent erst für jene Fragilität und Intimität, die Lambchop bei allem Minimalismus so großartig macht! Während ihres „Gold Soundz“-Gigs geben die Americana/Slowcore/Indie-Folk-Helden neben einem Werkquerschnitt den Tournachschlag zum Erfolgsalbum „Mr. M“.

Die bittersüßen Melancholien der vielleicht besten Lambchop-Platte haben einen traurigen Hintergrund: den Freitod von Vic Chesnutts. Der ehemalige Parkettleger Wagner verarbeitete seinen schmerzhaften Verlust zuerst im Malen; herausgekommen ist das Covermotiv und eine Art „Psycho-Sinatra“-Sound. Denn wie schloss die „Badische Zeitung“ so schön ihre Albumkritik: „Wer um einen Freund trauert, erinnert sich auch mit Freude an ihn.“ -pat


Sa, 29.6., 20.30 Uhr, Jubez, Karlsruhe

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