Social-Network-Kunstaktion

Kunst & Ausstellungen // Artikel vom 22.04.2012

Früher wurde belächelt, wer sich den Mund über diejenigen zerriss, die belanglose Nichtigkeiten zur Informationsessenz erklärten.

Dank Twitter, Facebook, Studi-VZ und ähnlicher sozialer Netzwerke im Internet kann heute überall die Belanglosigkeit zur Meldung aufsteigen. Doch das Internet vergisst nicht. Der „gläserne Mensch“ ist die Folge, George Orwells „1984“ in Teilen längst Realität. Wir leben letztlich alle in einem virtuellen Schaufenster, in dem längst schon Intimstes preisgegeben wird, als würde man mit der besten Freundin tratschen.

Diesen Umstand wieder bewusst machen will die „Aktion Analog“. Eine Woche lang heißt es für eine Projektgruppe des KIT: „Leben im Schaufenster“, um darauf aufmerksam zu machen, wie gläsern wir durch unsere Klicks, Likes und Posts geworden sind. Die Studenten werden dabei die virtuelle Welt auf eine reale, analoge Ebene transferieren: Auf Profilen aus Pappe machen sie ihre Identität und ihren Beziehungsstatus öffentlich und werden analog – auf einer Pinnwand – twittern.

Da kann einem schon mulmig werden, denn so viel Wissen über die Angewohnheiten, Interessen, Vorlieben und Abneigungen der Menschen konnte man noch nie in Erfahrung bringen. Und wollte es vielleicht auch nie. Darauf wollen die Studenten mit ihrer Aktion hinweisen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen über das eigene Nutzerverhalten im Netz. -ChG

Eröffnung: 22.4., 11 Uhr, bis 28.4., Atelier 12, Marienstr. 12, Karlsruhe

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