10. Festival Premières

Stadtleben // Artikel vom 09.05.2015

Das deutsch-französische Theaterfestival „Premières“ feiert seine zehnte Ausgabe unterm Motto „Europa, du bist dran!“.

Im Blickpunkt steht wieder der europäische Regie-Nachwuchs, der sich vom Do, 4.6.-So, 7.6. in zehn Produktionen vorstellt. Übergreifendes Thema: Europa. Ein begleitendes Symposium mit Studierenden der HfG Karlsruhe und des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaft aus Gießen setzt sich mit immersiven und performativen Installationen auseinander (5.6., 14-18 Uhr, Staatstheater Karlsruhe, Outer Space; 6.6., 11-18 Uhr, Staatstheater, Mittleres Foyer). Im Outer Space und direkt davor auf der Terrasse klingen die Festival-Tage mit abendlichen Parties aus. Am 7.6. um 12 Uhr wird dort zum Brunch und dem Podium der Regisseure geladen. -fd

Das Missverständnis (Österreich)
Lebensgroße Puppen sind die HauptdarstellerInnen in Nikolaus Habjans Camus-Inszenierung. Nach langer Zeit im Exil kehrt ein Mann inkognito in seine Heimat zurück – mit fatalen Folgen.
4.6., 19.30 Uhr, Staatstheater, Kleines Haus

Rule TM (Niederlande)
Was passiert im Theater? Es wird gespielt. Bei Emke Idema bleibt dies nicht den SchauspielerInnen überlassen (die gibt es hier nicht) – das Publikum selbst wird in ein Spiel über Gastfreundschaft, Gerechtigkeit und das Fremde verwickelt.
4.6., 19.30 Uhr; 5.6., 18 + 21.30 Uhr, Hochschule für Gestaltung

Die lächerliche Finsternis (Deutschland)
Zwei Soldaten geraten auf der Suche nach einem wahnsinnig gewordenen Kameraden in Afghanistan immer tiefer ins Loch der neokolonialen Apokalypse. Felicitas Braun setzt Wolfram Lotz’ Romanvorlage über moderne Sklaverei und einen somalischen Piraten, über die Taliban und Fragen nach Schuld und Recht um.
4.6., 21.30 Uhr; 5.7., 18 Uhr, Staatstheater, Studio

Timon/Titus (Frankreich)
Der Anthropologe David Graeber und Shakespeares Figuren Timon und Titus bilden den Überbau für das Collectif OS’O und Regisseur David Czesienski, die ein entgleisendes Familientreffen mitsamt Testamentseröffnung auf Fragen nach moralischer und materieller Schuld abklopfen.
5.6., 20 Uhr; 6.6., 19.30 Uhr, Staatstheater, Kleines Haus

Pourquoi Eve vient-elle chez Adam ce soir? (Belgien)
Durch eine Glasscheibe kann das Publikum einen Mann beim weltverlorenen Tüfteln in seinem Wohnlabor beobachten. Eine Frau taucht auf und setzt Anja Tillbergs surreale Theaterphantasie in Gange.
5.6., 20 Uhr; 6.6., 22 Uhr; 7.6., 15.30 Uhr, Staatstheater, Insel

A Thing of Beauty (Norwegen)
Der 17-fache Mörder Jeffrey Dahmers war besessen vom männlichen Körper. Nach seinem Tod wurde Dahmers’ Hirn der Forschung übergeben. Auch in Øystein Johansens Heimat Norwegen geriet die Psychologie eines Massenmörders – Anders Breivik – ins öffentliche Interesse. Schauspieler Marius Mensink bewegt sich hier inmitten des Publikums.
5.6., 22.15 Uhr; 6.6., 18.15 + 22 Uhr, Staatstheater, Probebühne

Die Troerinnen (Georgien)
Vor über 2.400 Jahren erzählte Euripides vom Leid, das Frauen durch den trojanischen Krieg widerfuhr. Data Tavadze überträgt deren Umgang mit Trauer, Zorn und Hoffnung auf die Erlebnisse von fünf Frauen im postkommunistischen Georgien.
6.6., 16.30 Uhr; 7.6., 17 Uhr, Staatstheater, Malsaal

Parallel (Rumänien)
Der Körper, geschlechtliche Identität und soziale Rollenbilder – nach wie vor eine Baustelle, auf die sich Leta Popescu und Ferenc Sinkó mit zwei jungen Darstellerinnen begeben.
6.6., 18.15 Uhr; 7.6., 18.30 Uhr, Staatstheater, Studio

Ibsen: Gespenster (Deutschland)
Markus & Markus kreuzen Henrik Ibsens Osvald, der um Sterbehilfe bittet, mit der Geschichte einer alten Frau, die mit einer Schweizer Sterbehilfeorganisation ihren eigenen Tod vorbereitet.
6.6., 20 Uhr; 7.6., 17 Uhr, Hochschule für Gestaltung

Champs D’Appel (Frankreich)
Ein seriöser Vortrag über Denkstrukturen entgleitet. Objekte und Bilder driften bei Regisseur François Lanel durch einen selbstständig gewordenen Kosmos, der früher einmal Bühne hieß.
7.6., 20 Uhr, Staatstheater, Kleines Haus

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