„Kilo-Kunst“

Stadtleben // Artikel vom 09.03.2007

Längst gibt es im Supermarkt nicht mehr nur Lebensmittel zu kaufen. Hier finden sich Nagellack und Hundefutter, Rasenmäher und Spielzeugroboter, Osterschmuck, Taschenbücher und Hygieneartikel.

Wie aber sähe die Sache aus, wenn genau hier plötzlich Kunst- und Konsumkultur aufeinander träfen? Am Sa, 24.3. beginnt dazu ein Feldversuch: Im Edeka-Einkaufsmarkt in der Karlstraße tauchen dann zwischen Toastbrot und Leberwurst, Sauerkraut und Apfelsaft kleine, sorgfältig abgepackte Kunstwerke auf.

Lisa Pommern und Katharina Domokosch von der Hochschule für Gestaltung haben ein Semester lang klein­formatige Kunst- und Designobjekte, darunter Plakate, DVDs, Porzellanobjekte, kleine Leinwände oder auch Bügelaufkleber von ihren Kommilitonen gesammelt, eingetütet und mit einem Logo und einem kreativen Sinnspruch versehen. Die „Kunst­stückchen“ werden zwischen den handelsüblichen Waren in den Regalen verteilt.

„Wir wollen das durchschnittliche Supermarktpublikum über die Objekte stolpern lassen und so neugierig auf Kunst machen, mit der es sonst nicht in Berührung kommt“, sagt Lisa Pommern. Bezahlt wird nach Gramm – die Kunstwerke können auf der Obstwaage gewogen und zu einem geringen Preis erstanden werden. Keines der Unikate soll mehr als zehn Euro kosten. Auf Profit sind die Studentinnen nicht aus. Der Preis auf den Stücken soll lediglich die aktive Entscheidung für die Kunst bewusster machen. -fb

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 6 und 5.

WEITERE STADTLEBEN-ARTIKEL